"Licht am Tag" wird ab 15.November Pflicht

7. Oktober 2005, 21:39
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Zwecks Umgewöhnung wird vorerst nicht gestraft - auch stark blendendes Nebellicht wird nun anerkannt Grafik

Autofahrer werden künftig auch untertags ihr Licht einschalten müssen. Das hat der Nationalrat Mittwoch Abend im Rahmen einer Novelle des Kraftfahrgesetzes beschlossen. In Kraft tritt die Änderung schon mit 15. November, zwecks Umgewöhnung wird vorerst aber nicht gestraft. Wann die Schonfrist endet, legt der Verkehrsminister mittels Erlass fest.

Nebellicht

In der Debatte konnten sich letztlich alle vier Fraktionen mit der Neuregelung anfreunden, wenngleich allseits die mitbeschlossene Evaluierung der Maßnahme nach zwei Jahren begrüßt wurde. SP-Verkehrssprecher Kurt Eder verwies auf die Komplexität der Materie, da selbst die in den Ausschuss geladenen Experten keine einheitliche Linie vertreten hätten. Zufrieden ist er damit, dass es gelungen sei herauszuverhandeln, auch Nebellicht als "Licht am Tag" anzuerkennen, da dieses besonders blende.

Erhöhter Treibstoffverbrauch

Die Grüne Verkehrssprecherin Gabriela Moser begründete das Ja ihrer Fraktion damit, dass man letztlich der Verkehrssicherheit den Vorrang gegeben habe. Bedenken hat sie noch, ob durch die Maßnahme nicht die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern beeinträchtigt sei, weshalb die Evaluierung in zwei Jahren dringend notwendig sei. Den durch das Licht erhöhten Schadstoffausstoß müsse man eben durch die stärkere Förderung treibstoffsparender Autos kompensieren.

Weniger Tote

Von Seiten der Koalition wurde ebenfalls auf das Verkehrssicherheits-Argument hingewiesen. VP-Verkehrssprecher Werner Miedl hofft, dass sich Untersuchungen bestätigen, wonach es mit "Licht am Tag" 25 Verkehrstote jährlich weniger geben könnte. Auch Verkehrsstaatssekretär Eduard Mainoni sieht überwiegend Vorteile und glaubt sogar an 30 Verkehrstote pro Jahr weniger. Der orange-blaue Verkehrssprecher Klaus Wittauer ergänzte, es sei zudem mit 2000 weniger Verletzten zu rechnen.

Nicht einverstanden war die Opposition mit einem anderen Teil der Novelle. Sowohl Grüne als auch SPÖ bekrittelten, dass die Vorschriften bei Kindertransporten nicht entsprechend geändert worden seien. Eder beklagte, dass hier weiter drei Kinder für zwei Erwachsene und Kinder unter sechs Jahren überhaupt nicht zählen. Das Anlegen von Gurten ist unter diesen Bedingungen nicht möglich.(APA)

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    Europakarte mit Ländern, in denen Fahren mit Licht am Tag Pflicht ist

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    Verkehrsemissionen nach Verkehrsmitteln

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