Diplomaten warnen vor Gewalt vor Verfassungsreferendum

21. November 2005, 10:31
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Vorgelegter Entwurf entspricht nicht mehr dem Wahlversprechen - Deutscher Barth: "Das Land ist tief zerstritten, wir sind sehr besorgt"

Nairobi - Wenige Wochen vor einem geplanten Verfassungsreferendum in Kenia haben etwa zwei Dutzend diplomatische Vertreter vor neuen Gewaltausbrüchen in dem ostafrikanischen Land gewarnt. "Das Land ist tief zerstritten, wir sind sehr besorgt", sagte der deutsche Diplomat Lorenz Barth am Mittwoch in Nairobi.

Enttäuschte Erwartungen

Bei vielen Kenianern seien Erwartungen enttäuscht worden, da der jüngste Verfassungsentwurf nicht mehr dem entspreche, was der kenianische Präsident Mwai Kibaki kurz vor seiner Machtübernahme versprochen habe. Kibaki hatte damals angekündigt, den Posten eines starken Premierministers einzurichten und so die Macht des Präsidenten zu beschneiden.

Einen entsprechenden Verfassungsentwurf lehnte er jedoch ab und ließ einen neuen Text ausarbeiten, über den die Kenianer am 21. November abstimmen sollen. Vor einigen Wochen haben Befürworter und Gegner des Entwurfs massive Kampagnen gestartet. Die Diplomaten aus Europa, den USA, Kanada und Japan äußerten sich besorgt, dass für diese Kampagnen illegal öffentliche Gelder verwendet werden. (APA/dpa)

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