Zeitgeschichte, inferior - "Die Allierten in Österreich", erster Teil

4. November 2005, 16:23
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Clemens M. Hutter verdanken wir einen Beitrag zu unserer inoffiziellen Serie "Der ORF und das Öffentlich-Rechtliche" ... - Mit Reaktion von Dokugestalter Andreas Novak

Clemens M. Hutter verdanken wir einen Beitrag zu unserer inoffiziellen Serie "Der ORF und das Öffentlich-Rechtliche". Den früheren Ressortleiter Außenpolitik der Salzburger Nachrichten brachte der erste von fünf Dokuteilen "Die Alliierten in Österreich" so in Rage, dass er dem ORF schrieb. Hier ein paar Sätze, den kompletten Brief finden Sie hier.

"Da bringt der ORF endlich einmal Zeitgeschichte - beziehungsweise was er dafür hält - in der Primetime - und liefert eine inferiore Leistung; unter anderem durch unterlassene Zeichnung des Hintergrunds und der Zusammenhänge." Den Marshallplan etwa habe er ohne jede Erklärung genannt, "nicht aber die Tatsache, dass Österreich relativ zur Bevölkerung den Löwenanteil davon bekam". Magerste Lebensmittelrationen blieben unerwähnt und "hunderttausende Care-Pakete". "Wir überlebten nur dank massiver US-Hilfe, und das formte das (damalige) Bild der Salzburger über die Besatzungsmacht. Davon findet sich in dieser Dokumentation nicht ein Wort - dafür minutenlange Oral-Inkontinenz von Musikern, die nur für die Ami aufspielten; Exkurse über das Heimweh einer Österreicherin in Texas, Keilereien weißer und schwarzer GIs."

Wir fanden Folge 1 ja nur banal. Nützt der ORF vier weitere Gelegenheiten zur Besserung? Sie behandeln die drei übrigen Nationen, dann noch "Filme, Sketches und Spione". Klingt eher nach "Seinerzeit". (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 29.9.2005)

Der komplette Brief von Clemens M. Hutter an den ORF

Reaktion

Doku-Gestalter Andreas Novak zum TV-Tagebuch

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    foto: orf
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