Lufthansa will ihr Angebot nach Osteuropa verdoppeln

16. Oktober 2005, 20:05
3 Postings

Die Lufthansa macht der AUA in deren osteuropäischen Kernmarkt immer stärkere Konkurrenz

Frankfurt/Wien - Osteuropa hat zwar die höchsten Zuwachsraten in der zivilen Luftfahrt, eine Goldmine für Fluglinien ist diese Region aber nicht mehr. Billigfluglinien aus Ost und West nehmen immer mehr Frequenzen auf und die etablierten Airlines liefern sich auf den Hauptrouten einen knallharten Wettbewerb um Marktanteile.

Die Erträge geraten unter Druck. Noch ist die AUA in ihrem Spezialgebiet Zentral- und Osteuropa bei der Anzahl der angebotenen Ziele an der Spitze: 41 Ziele, 23 Länder, wöchentlich mehr als 500 Flüge (inklusive Code-Share-Partner).

Die AUA erzielt im Osten rund 20 Prozent ihres Geschäftes. Neue Ziele wie Pecs in Westungarn oder dem russischen Jekaterinburg (ab Sommerflugplan 2006) sind geplant. Das polnische Poznan muss die AUA jedoch wegen Erfolglosigkeit einstellen.

Formationsflug

Unterdessen nimmt der gemeinsame Formationsflug von Lufthansa und der von ihr übernommenen Swiss eine neue Dimension im Osten Europas ein. Lufthansa erhöht ab Ende Oktober ihre Frequenzen und drängt mit neuen Zielen wie Donezk (ab München) und Dnjepropetrowsk (ab Frankfurt) ebenfalls in Sekundärmärkte.

Das tschechische Brünn wird künftig ab München bedient, Flüge von Frankfurt nach Sofia auf zwei tägliche Frequenzen erhöht. Insgesamt offeriert Lufthansa dann 670 wöchentliche Hin- und Rückflüge zu 36 Destinationen im Osten, um 25 Prozent mehr als 2004. Ziel der Lufthansa ist es, die Frequenzen nach Osteuropa bis 2006 zu verdoppeln. Dieser Ausbau soll vor allem über die Drehscheibe München abgewickelt werden.

149 Flüge

Die Lufthansa-Tochter Swiss steuert nochmals 91 wöchentliche Flüge zu sechs Ostzielen zu. Inklusive 58 Flüge mit Kooperationspartnern der Swiss, die weitere sechs Ziele beisteuern, sind es somit 149 Flüge. Zusätzlich hat Lufthansa die Kooperationspartner JAT aus Serbien, die griechische Agean Airlines, sowie die Star Alliance Regional Partner Adria Airways und Croatia Airlines im Bund. Adria, Croatia und JAT sind auch Partner der AUA.

AUA-Vorstand Josef Burger sieht das Vordrängen der Lufthansa gelassen: "Warum soll denn eine Lufthansa nicht selber nach Kasachstan fliegen wenn Deutschland der größte Investor in diesem Land ist? Manchmal freut es uns weniger, wenn Lufthansa dort landet, wo wir auch sind. Umgekehrt wird es genau so sein. Auch wir werden in Regionen wie den Ural fliegen."

Die AUA ortet im Osten ein Potenzial von rund 100 Destinationen zur Auswahl. Neuen Auftrieb erwartet sich AUA-Chef Sörensen von der künftigen Kooperation mit Swiss. "Die Kooperation bringt uns im Österreich-Schweiz-Verkehr zwei Millionen Euro jährlich an Einsparungen." Wobei Swiss ab den österreichischen Regionalflughäfen nach Zürich fliegt, die AUA ab Genf, Basel, Altenrhein und Zürich. (Kurt Hofmann: DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29.09.2005)

  • Die AUA bekommt auf ihren Ostrouten immer stärkere Konkurrenz von der Lufthansa und der Swiss.
    foto: der standard/newald

    Die AUA bekommt auf ihren Ostrouten immer stärkere Konkurrenz von der Lufthansa und der Swiss.

Share if you care.