"Bürger-PC" soll digitale Signaturen ankurbeln

6. Oktober 2005, 10:12
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Morak: Akzeptanz von E-Government steigt - Media-Saturn GesmbH soll Verbreitung steigern

Seit Februar gibt es in neuen Bankkarten einen Chip für "elektronische Unterschriften", Anfang März attestierte eine EU-Studie Österreich europaweit den zweiten Platz bei der Online-Verfügbarkeit von Dienstleistungen der Behörden. Die Akzeptanz von E-Government und E-Business steigt, sagte am Mittwoch Medien-Staatssekretär Franz Morak (V) bei einem Pressegespräch in Wien. Dennoch ist die tatsächliche Nutzung der digitalen Signatur noch relativ gering. Der so genannte "Bürger-PC" soll das laut Morak nun ändern.

Soft- und Hardware

Von jedem beliebigen Punkt können prinzipiell mit einem Laptop Rechtsgeschäfte abgeschlossen werden, erläuterte Morak. Die digitale Signatur - vergleichbar mit einem elektronischen Ausweis im Internet - soll der Abwicklung solcher Transaktionen die nötige Sicherheit geben. Dabei geht es etwa um elektronische Steuererklärungen, Online-Banking oder E-Mail-Verkehr. Für die Unterschrift auf einem Online-Formular wird eine digitale Signatur benötigt, und dafür braucht es die entsprechende Soft- und Hardware.

Der "Bürger-PC"

Aus diesem Grund kam es für den "Bürger-PC" zu einer Zusammenarbeit des Staatssekretariats und der Firma Europay Austria mit der Media-Saturn GesmbH. Der Elektronik-Händler bietet laut Geschäftsführer Gerhard Sandler "differenzierte Geräte" an, die "optimale Sicherheit" bieten sollen. Media Markt und Saturn verfügten als offizielle Registrierungsstellen über zertifizierte Chipkartenleser, außerdem habe es spezielle Schulungen gegeben, so Sandler. So könnten alle notwendigen Schritte zur digitalen Signatur in wenigen Minuten österreichweit in den Filialen abgewickelt werden.

Unterstützung

Um dem System zu entsprechender Breitenwirksamkeit zu verhelfen, gibt es laut Europay-Geschäftsführer Peter Neubauer eine Unterstützung für die Karten-Umstellung von zehn Euro. Schließlich könne jede Bankomatkarte und jede Mastercard durch einen signaturfähigen Chip zur "Bürgerkarte" werden, diese müssten nur aktiviert werden. Bisher gibt es laut Neubauer mehr als 10.000 registrierte Karten am Markt, diese Zahl solle aber rasch ansteigen. An den erhofften 200.000 Kunden bis Ende 2005 sei man auf Grund von Problemen auf Lieferantenseite deutlich vorbeigeschrammt.

Umstellung

Die Umstellung alter Maestro-Bankomatkarten auf den neuen signaturfähigen Chip erfolgt bis Jahresende gratis, präzisierte Angela Szivatz von Europay Austria. Mit zehn Euro gefördert wird dagegen die Anschaffung eines Kartenlesegerätes: Bei der Aktivierung der Signatur auf Bankomatkarte und Mastercard gibt es demnach einen Gutschein in der Höhe von zehn Euro, mit dem das Kartenlesegerät 27,95 nur noch 17,95 Euro kostet. Die kostenlose Info-Hotline zur Umstellung bzw. Aktivierung lautet 0800/207320.(APA)

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    quelle: europay
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