Von der Strenge der Gegensätze

2. Oktober 2005, 22:04
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Der Grafiker und Zeichner Michael Mittermayer in der Galerie A4 in Feldkirch

Der Vorarlberger Grafiker und Zeichner Michael Mittermayer bleibt sich treu. Seit vielen Jahren schon komponiert er seine Bilder auf der Grundlage eines bestimmten Kreissegments. Er nutzt einen geborstenen Metallring als Schablone. Blatt um Blatt mäandern Linien, Spiralen oder Kreise, die sich in verschiedensten Formen und Radien alle von diesem Ring ableiten. Er dient ihm als Symbol der Wechselwirkung zwischen Kunst und Natur, zwischen Ratio und Spontaneität. Die Spannung in den Bildern ergibt sich aus einem Nebeneinander von organischem Geflecht und grafischer Strenge, von Licht und Dunkel, von Farbe und Schwarz-Weiß. Für seine Collagen und Übermalungen verwendet Mittermayer neben eigenen Fotografien auch gerne Druckerzeugnisse aller Art, die mit Schere, Aquarellfarben und Zeichenstiften in Form gebracht werden. Mittermayers Mühlen mahlen langsam, die quasi evolutionäre Veränderung ist nur über die Jahre hinweg zu beobachten. So zeigt er hier eine erste Arbeit aus einer neuen Editionsreihe. Natürlich handelt es sich auch dabei um Variationen des Kreissegments, allerdings mit den Mitteln des Farbenholzschnitts. Klare Linien, durchdachte Struktur, satte Farbigkeit auf elegantem Bütten: Das neue Bild ist eindeutig der "Star" der Ausstellung. Die Schau läuft noch bis zum 18. 10. (mh/DER STANDARD, Printausgabe, 28.09.2005)
Galerie A4
Gymnasiumgasse 7
6800 Feldkirch
0664/240 67 95
Di/Do 18.00-20.00, Sa 10.00-12.00
  • Das erste Bild der neuen Editionsreihe von Michael Mittermayer, Farbenholzschnitt 2005.
    foto: mittermayer

    Das erste Bild der neuen Editionsreihe von Michael Mittermayer, Farbenholzschnitt 2005.

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