
Dieses Ding liefert bald nur noch mit einem neuen Decoder TV-Signale ins traute Heim.
Forsch formulierte die ORF-Sendertochter ihre Bewerbung für die Abwicklung von digitalem Antennenfernsehen: Im Oktober 2006 will sie schon zum Start 70 Prozent der Bevölkerung und alle Landeshauptstädte damit versorgen.
Auch Techniker neigen zu verniedlichenden Abkürzungen. Längst spricht man weder in der ORF-Sendertochter ORS vom "Multiplexer" noch in der Medienbehörde, bei der sich die ORS beworben hat, diesen Multiplexer zu betreiben. Sondern vom "Mux" oder "Muxer".
Um den ersten Muxer hat sich nur die ORF-Tochter beworben. Als Bedingungen nannte die Medienbehörde KommAustria: Binnen Jahresfrist müssen 60 Prozent der Bevölkerung auf dieser Frequenzkette digitales Fernsehen empfangen können.
Dieses Jahr beginnt mit Rechtskraft des Bescheides der KommAustria. Der wird noch vor Weihnachten erwartet. Verstreichen vier Wochen Berufungsfrist (ohne Mitbewerber erwartungsgemäß) ungenutzt, läuft der Zähler ab Anfang 2006.
Ambitioniertere Ziele
In ihrer Bewerbung hat sich die ORS freilich nach Informationen des STANDARD vom Küniglberg ambitioniertere Ziele gesetzt: Schon zum Start im Oktober 2006 will sie 70 Prozent der österreichischen Bevölkerung - mit allen Landeshauptstädten - mit digitalen Signalen versorgen.
Weiter geht es etwas zäher. Im Februar 2007 sollen es bereits 77 Prozent der Bevölkerung sein, Ende 2008 dann 91 Prozent und schließlich im Dezember 2010 95 Prozent mit dann 349 Sendern.
Auf dieser ersten digitalen Frequenzkette sollen ORF 1, ORF 2 und ATV+ Platz finden, zudem interaktive Zusatzdienste. Wer diese digitalen Fernsehsignale empfangen will, braucht einen Decoder. Sonst bleibt der Bildschirm muxmäuschenstill und finster.
Ein Gutteil der jährlich 6,75 Millionen Euro Förderung für den Umstieg auf Digitalfernsehen verbilligen die Kaufpreise dieser Decoder. Das trifft sich gut: Denn auch die Pläne der ORF-Sendertochter für die Abschaltung der bisher gewohnten analogen Fernsehsignale sind ambitionierter als jene der Behörde. Und schon die KommAustria sieht nur höchstens sechs Monate Parallelbetrieb vor, wenn eine Region flächendeckend mit digitalem terrestrischem Fernsehen versorgt ist.
Abschalten ab 2007
Insider rechnen also im Frühjahr 2007 damit, dass in den erster Gebiete analoges Fernsehen abgeschaltet wird. Schließlich soll die ORS "ehestmöglich" Ballungsräume mit einer zweiten Frequenzkette versorgen. Und Frequenzen sind rar.
Rund 14 Prozent der Österreicher sehen derzeit noch rein terrestrisch fern, bekommen ihre Signale also alleine über Haus- oder Zimmerantenne. 32 Prozent der Fernsehhaushalte mit analoger Satellitenschüssel empfangen ORF, ATV, Puls und andere Regionalsender ebenfalls über Antenne.
Ein Gutteil dieser Satseher dürfte auf digitalen Satellitenempfang umsteigen, wenn sie ORF & Co nicht mehr über Antenne bekommen. Digital erhält man auch die heimischen Sender übers All.
Bald noch mehr: Die ORS überlegt, schon den dritten Transponder bei Astra zu mieten. Weiterer Platz für eine Handvoll Programme, etwa Spartenkanäle.
Die ORS bastelt freilich auch an weiteren Anreizen für Antennenfernsehen: Mit der Mobilkom bereitet sie schon Pilotversuche in Wien und Salzburg für terrestrischen TV-Empfang über Handy vor. (Harald Fidler/DER STANDARD, Printausgabe, 28.9.2005)
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hier lacht der betrachter...
wenn 0rf.at (null)rf statt orf esehen wird, dann gibz nichtmal mit dem GIS probleme ...
we work for your pleasure
http://0RF.at
Nachdem ich keinen Fernseher habe (stattdessen einen Beamer der am PC hängt) und nur über SAT schaue (PCI-Karte OHNE ORf-Karte) bin ich schon jetzt nicht gebührenpflichtig (kein empfangstaugliches Gerät). Wenn jetzt aber das terrestrische auch nur noch kodiert geschickt wird, bin ich wenigstens die leidigen diskussionen mit den lieben GIS-Kontrolleuren los!
So legt man sich ein Ei. Aber wahrscheinlich wird das GIS Gesetz noch geändert: "Der Besitz der österr. Staatsbürgerschaft führt automatisch zur ORF-Gebühren Verpflichtung"...sonst kann man ja das Klump a'la Musikantenstadl und Barbara Karlich(nicht) nicht verkaufen.
@Günther Schmid
Mit SAT- bzw. TV-Karte im PC und sonst weder Fernseher noch Radio bist du derzeit AUCH gebührenpflichtig, da es bei der Gebührenpflicht NICHT darum geht, daß du auch tatsächlich die ORF-Sender empfängst oder empfangen könntest, sondern allein, daß du die entsprechenden Empfangsgeräte betreibst.
Einzig dann, wenn du TV/Radio NUR über Internet-Streams empfangen würdest, wäre dies nach der dzt. Rechtslage NOCH gebührenfrei.
Es ist jedoch zu erwarten, daß in den nächsten 2 Jahren auch internetfähige PCs gebührenpflichtig werden, denn schließlich braucht das größte Bordell von Österreich, wo die Angestellten auch Sendungen ihrer Privatfirmen, die in der Dienstzeit gemacht werden, teuer verrechnen können, immer mehr Geld.
da gabs doch schon vor Jahren die Beschwerden der Menschen, die in div. Seitentälern wohnten und ORF 2 (glaub ich) nicht empfangen konnten und trotzdem komplett bezahlen mussten... die bekamen bei Beschwerden sogar noch dümmliche "tut uns leid, is aber so"-Antwortbriefe.
wird die einmalbetrachtung durchsetzbar sein?
die digitalbox kann schliesslich zum senden des kopierschutzsignales ausgestattet werden, das wie bei DVD das aufnahmen verhindert.
damit kann der urheber noch besser als bei CDs das mitschneiden verhindern.
der grund ist, dass leute ihre spielfilme aufnehmen statt live gucken, und bei der werbung schnellen vorlauf drücken.
aber auch news archive sind fraglich geworden.
wenn auch die news und parteisendungen geschützt werden, kann niemand mehr mit der kanzlerrede vom letzten jahr daherkommen, wo er noch das gegenteil gesagt hat, die politik kann die vergangenheit sozusagen leugnen.
werden journalisten noch archive anlegen können?
Premiere wird das eigenmächtige digitale Aufnehmen - angeblich auf Druck der Filmverleiher - soweit technisch möglich, unterbinden => DRM. Damit entfällt das Recht auf (digitale) Privatkopie und das Umgehen der Aufnahmesperre ist strafbar.
Die beiden DVB Varianten, die den öffentlich-rechtlichen Anbietern zur digitalen Programmausstrahlung in EU dienen (also DVB-T und DVB-S), besitzen nach geltender Definition *kein* Broadcast-Flag. Aufnehmen, auch digital, ist daher uneingeschränkt möglich.
Mit DVB-T wird es dann möglich sein, einen Gebührenzahleranteil von 100% zu erreichen, wenn wie beim digitalen SAT-TV die Signale verschlüsselt ausgestrahlt werden und man in der Set Top Box einen Smartcardleser braucht. Diese Karte wird dann vom Sender bei Eingang der Gebühren freigeschaltet.
Technisch ist es zuminderst machbar. Weiß jemand, wie das in Berlin gehandhabt wird?
es gibt in ganz deutschland keine verschlüsselten programme via dvb-t! auch in österreich ist das natürlich nicht zu erwarten! über sat wird ja nur deshalb verschlüsselt, da es anders technisch nicht möglich ist die empfangsmöglichkeit auf das österreichische staatsgebiet zu beschränken und die rechte für eine europäische ausstrahlung zu teuer wären. es wäre auch schwachsinn das geld auszugeben, da man dann mit den gebühren der österreichern werbelose filme für den rest europas finanzieren würde.
Wie ist das dann mit Ausstrahlungen von elektronisch kopiergeschützten Filmen im Digital-ORF? Mache ich mich dann strafbar wenn ich die auf DVD brenne?
Ich werde das Gefühl nicht los, dass Digital-TV uns Konsumenten deutlich weniger bringt als analoges TV - schliesslich kann man da hemmungslos seinen Videorecorder benutzen.
es geht um drm wenn dvb-t benutzt wird. nicht was jetzt geht.
bei vollbetrieb-muss in jeder set top box eine orf karte stecken, und/oder kann der orf bestimmte inhalte so codieren dass drm ein aufnehmen auf tape/dvd/hd unmöglich macht.
wenn man zu hdtv schaut, da muss sogar der monitor drm fähig sein, sonst bleibt er schwarz
also nochmal- wird es bei dvb-t in zukunft möglich sein, JEDE sendung die ausgestrahlt wird,ohne smartcard oder andere hilfsmittel aufzunehmen?
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