Karlichs Senioren-WG

4. November 2005, 16:23
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"Senioren, lasst uns zusammenziehen" klingt nur nach der gewohnten Schiene

Wo wir schon bei den etwas öffentlich-rechtlicheren Fundstücken sind: Nehmen wir Barbara Karlichs Nachmittagsplausch Mittwoch ab 15.55 Uhr in ORF 2.

Karlich? War das nicht jene Frau, über die sich­ DER STANDARD, seine Leser und Online-User gerade echauffierten? Weil in der "Karlich-Show" Mutter und Sohn zeigten, was sie so in Sado- und Masorolle bei so genannten Erotikmessen vorführen? Genau die.

Nun hüpft das Thema "Senioren, lasst uns zusammenziehen" nicht ganz aus der gewohnten Schiene. Immerhin fand ja auch der Sohn "auf jeden Fall" erregend, von der Frau Mama beschmerzt zu werden.

Hier freilich beplaudert Karlich ein nicht ganz unwesentliches Anliegen einer Gesellschaft, deren Mehrheit immer älter wird: Wohngemeinschaften von Senioren statt Alters- und Pflegeheime.

Bei "Karlich" sind derlei vernünftige Überlegungen zielgruppenadäquat aufgehoben: Ihr Publikum ist ja quasi die größte Senioren-WG des Landes.

Lambert, 69, aus Viktring in Kärnten und selbst nicht der Größte, würde gerne zwei Frauen so um die 60 und bis 1,50 Meter bei sich einziehen lassen. Nicht ausgeschlossen, dass man einer auch körperlich näher kommt, betont er rasch. Da kommt ihm kein Mann in die WG. "Ohne Sex oder so was" sucht indes Ingrid eine gesellige Runde zum Zusammenwohnen. "Ausgeschlossen?", fragt Karlich gleich nach. Das wieder nicht, wenn's mit einem passt.

Geht’s denn nicht einmal in höherem Alter ohne Sex? Hoffentlich nicht. (fid/DER STANDARD, Printausgabe, 28.9.2005)

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    foto: orf
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