Schluss mit Gedankenraub

16. März 2006, 12:20
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Ein neues Schulbuch thematisiert das Urheberrecht in der Musikbranche

Wien - Ein neues Lehrwerk steuert gegen Musik-Piraterie auf heimische Schulbänke zu. Der Verband der österreichischen Musikwirtschaft (IFPI) präsentierte sein Projekt "Ideen sind etwas wert" letzte Woche im Haus der Musik. Die Publikation gibt Einblick in die österreichische Musikbranche und verdeutlicht den Wert von geistigem Eigentum.

Nach einem halben Jahr war die über 120 Seiten dicke Mappe, inklusive DVD und Planspiel, fertig, welche nun auf ihre Verwendung im Musik-, Deutsch- und Geografieunterricht wartet. Doch das Projekt scheint die Jugendlichen wenig anzusprechen, wie auch Florian Rathmayer (14) bekundet: "Es ist eindeutig unter dem Altersniveau der Schüler." Katharina Riedlinger (14) hingegen würde das Thema an sich interessieren, da es bislang im Lehrplan nicht enthalten ist.

"Sehr interessant" findet Josef Wagner, Musikprofessor am Theresianum, die IFPI-Lehrmaterialien und heißt die Idee der Musikindustrie willkommen. Denn die österreichische Rechtslage in punkto Musikpiraterie ist keineswegs eindeutig geklärt, erläutert IFPI-Geschäftsführer Franz Medwenitsch. Der Urheberrechtsexperte Albrecht Haller hält "den User-Download als erlaubte Vervielfältigung zum eigenem Gebrauch" für rechtlich unbedenklich - im Gegensatz zum "Onlinestellen". Was nicht heißt, dass der Musikdownload keinen Schaden verursacht. "Wir investieren viel Zeit und Energie in das Schaffen von Musik. Das geht nur, wenn unsere Arbeit honoriert wird. Wir sind auf ein Publikum angewiesen, dem Musik etwas wert ist", sagt Ö3-Star und Shiver-Sänger Andreas Gasser. (DER STANDARD, Silke Krottendorfer, Kristina Zboray, Printausgabe, 27.9.2005)

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