Innsbrucker Handel soll geeint werden

16. Oktober 2005, 20:16
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In Parndorf investierte er 25 Millionen in eine Outlet-Mall, seiner Heimatstadt Innsbruck will Rene Benko mit dem Neubau des Kaufhauses Tyrol ein Angebot machen

Innsbruck/Wien – Rene Benko, Chef der Immobilienfirma Immofina, will mit dem Neubau des traditionsreichen Kaufhauses Tyrol in Innsbruck, eine "Vision verwirklichen", sagt er im STANDARD-Gespräch.

Nämlich: Die ganze Innenstadt solle als ein Einkaufszentrum positioniert werden, mit einheitlichen Öffnungszeiten und einen gemeinsamen Werbebudget. Er sei bereit, nach der Eröffnung des neuen 25.000-Quadratmeter-Baues an der Maria-Theresien-Straße im Jahr 2008 entsprechende Mittel fließen zu lassen, allerdings "nur wenn auch wirklich alle Kaufleute mittun, nicht 499, sondern alle 500".

Mit Vertretern der Kaufmannschaft habe er bereits Gespräche geführt, ebenso mit dem Stadtmarketing, die Signale seien positiv, so Benko.

Benkos Firma Immofina (beteiligt ist außerdem der Wiener Investor Karl Kovarik, Erbe der Strohtankstellen) kaufte die Immobilie von Palmers/Gerngross. Im Sommer 2006 sollen die Abbrucharbeiten beginnen, im Herbst der Neubau "des größten innerstädtischen Einkaufszentrum Österreichs" starten. Investitionsvolumen: 130 Mio. Euro. Mit zehn Prozent Anteil mit an Bord ist Tirols Wirtschaftskammerpräsident, der Großhändler Jürgen Bodenseer.

Im Laufe der nächsten neun Monate wird noch ein Architektenwettbewerb für die drei Immobilien in der Maria-Theresien-Straße durchgeführt. Über diesen Wettbewerb ist im Vorfeld ein politischer Streit ausgebrochen, es wurde gemutmaßt, dass dem "Goldjungen" Benko die Sache erleichtert werde, denn an sich gibt es einen Gemeinderatsbeschluss, wonach bei Innenstadtbauten ein Wettbewerb verpflichtend sei. Benko dazu: "Das ist so der sinnvollste Weg. Ein Innenstadt-Einkaufszentrum muss vor allem einmal innen funktionieren, wenn man zum Beispiel die Logistik bedenkt, deswegen laden wir nur für die drei Häuser zu einem Wettbewerb ein."

Prominente Mieter

Wegen der Vermietung des neuen Kaufhauses Tyrol macht sich Benko keine Sorgen, es gebe bereits genügend Anfragen: "Ich könnte es doppelt vermieten." Benko hat gute Kontakte zu den Eigentümerfamilien des deutschen Handelskonzerns Peek & Cloppenburg, aber auch große Vertikalisten wie Zara oder H&M, große Sportartikler oder ein Elektrohandel sind als Ankermieter und Frequenzbringer wahrscheinlich.

In Innsbruck-West baut Immofina weiters das ehemalige Autohaus Linser in Handels- und Büroflächen um. Mit dem Outlet-Projekt in Parndorf ("Bigg") seien rund 300 Mio. Euro im Handel investiert. (Leo Szemeliker, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.9.2005)

  • Rene Benko (28), Innsbrucker Nachwuchs- Immobilientycoon, startet mit dem Neubau des Kaufhauses Tyrol im Herbst 2006, die Eröffnung ist für Ende 2008 vorgesehen.
    foto: standard/cremer

    Rene Benko (28), Innsbrucker Nachwuchs- Immobilientycoon, startet mit dem Neubau des Kaufhauses Tyrol im Herbst 2006, die Eröffnung ist für Ende 2008 vorgesehen.

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