Nach neuem e-Card Ausfall: Ärzte gegen weiteren Ausbau der Funktionen

5. Oktober 2005, 10:25
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Brettenthaler: "Lehnen zusätzliche Funktionen der Karte vorläufig ab, bis Probleme behoben sind"- Pruckner: "System muss stabil funktionieren"

Angesichts der jüngsten Systemausfälle der e-Card warnt die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) heute vor einem übereilten, weiteren Ausbau der elektronischen Funktionen der Karte. "Wir hoffen, das sind nur Kinderkrankheiten und keine echten Systemfehler", zeigt sich der Obmann der Bundeskurie niedergelassene Ärzte in der ÖÄK, Dr. Jörg Pruckner, Dienstag in einer Aussendung alarmiert über den erneuten Ausfall des Online-Betriebs am gestrigen Abend. "Es ist klar, dass das System stabil funktionieren muss, bevor der Karte weitere Funktionen aufgepfropft werden", warnte er gleichzeitig.

Wunsch

Derzeit bestehe der Wunsch, das System sehr schnell mit weiteren Funktionen wie etwa dem elektronischen Arzneimittelbewilligungsservice (ABS) oder der Möglichkeit zur elektronischen Abwicklung und Abrechnung der Gesundenuntersuchung aufrüsten zu wollen. Der Druck in diese Richtung von Hauptverband und aus dem Ministerium auf die Ärzteschaft sei sehr hoch, obgleich der vollständige, reibungslose Betrieb des e-Card-Systems noch gar nicht umgesetzt und gewährleistet sei. "Auf Grund der Systemausfälle lehnen wir die weitere elektronische Aufrüstung der e-Card derzeit ab", stellte aber auch der Präsident der Österreichischen Ärztekammer, Dr. Reiner Brettenthaler, klar. "Hinsichtlich dieser Komplikationen sind gesundheitspolitische Erwartungen, die e-Card könne schon in den nächsten Monaten weitere Dienste übernehmen, absolut überhöht."

Systemausfälle vermeiden

Brettenthaler und Pruckner forderten den Hauptverband auf, in den nächsten Wochen "alles zu tun, damit derartige Systemausfälle nicht mehr auftreten". Jeder Absturz des Systems habe zusätzlichen Bürokratie- und Verwaltungsaufwand in den Ordinationen zur Folge, deren Kapazitäten durch die bundesweite Implementierung und Inbetriebnahme des e-Card Systems ohnehin "mehr als ausgelastet seien".

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    foto: standard/urban
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