Sun leuchtet auf den Mittelstand

14. Oktober 2005, 13:47
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Der Technologieanbieter Sun, der zuletzt von der Konkurrenz rund um Microsoft und Intel arg in die Zange genommen wurde, will mit neuen Systemen neue Kundenschichten ansprechen

Wien - "Die ersten Server wurden uns förmlich aus der Hand gerissen", schwärmt der neue Geschäftsführer von Sun Microsystems, Bernhard Isemann. "Wegen des günstigen Preis-Leistungs-Verhältnisses ist die neue Serverfamilie für Unis und für Designbüros, etwa im Automobilzulieferbereich, interessant."

Bei den Servern mit dem Codenamen Galaxy handelt es sich um eine Rechnerfamilie, mit der Sun-Gründer und Sun-Wiedereinsteiger Andreas von Bechtoldsheim dem Unternehmen Umsatzschübe zuführen will. Einerseits, weil es Galaxy schon ab 660 Euro gibt; andererseits, weil die Rechner dank einer luftigen Architektur "um zwei Drittel weniger Strom" verbrauchen, wie Isemann erklärt.

Und vielleicht der Hauptgrund, weshalb sich auch kleine Unternehmen für den Server entscheiden werden: Im letzten Jahr wurde mit Erzrivalen Microsoft eine Zehn-Jahres-Kooperation vereinbart, sodass die Sun-Mittelstandslinie nicht nur auf dem Sun-eigenen Betriebssystem Solaris läuft, sondern auch Plattform für Windows von Microsoft sein kann; für das unabhängige Betriebssystem Linux sowieso.

"Schnittstellenöffnung war unser Ziel, damit wir Hardware auf den Markt bringen können, die voll auch in die Umgebungen von Microsoft oder Linux hineinpasst", erklärt Isemann den Produktlaunch. Und während die Universitäten und Autodesigner als Testmarkt mit den Galaxy-Rechnern bereits bestückt wurden, wird jetzt die mittelständische Wirtschaft angesprochen. Isemann, der in Österreich eine 50-Personen-Mannschaft hat, will den Mitarbeiterstand erhöhen.

Speichermarkt

Dazu wird auch in Österreich die 20-Mann-Gruppe des Speicherspezialisten Storage Tek - Sun hat das Unternehmen kürzlich um 4,1 Milliarden Dollar (3,3 Mrd. Euro) gekauft - in die Wiener Sun-Zentrale am Wienerberg übersiedeln.

"Wir erwarten uns, dass der Speichermarkt mit der zunehmenden Digitalisierung von Medien wie Video und Audio stark wächst", sagt Isemann. Allein HDTV, High Definition Fernsehen, benötigt das vierfache an Speicheraufkommen zu herkömmlichen TV-Produktionen, veranschaulicht Franz Novak, Leiter Technologie & Product Consulting von Sun.

Eine weitere Schiene, die angekurbelt werden soll: Das Geschäft mit Services, wobei Sun insbesondere auf das Geschäft mit Digital Rights Management setzt. Es gehe darum, Urheberrechte in einer digitalen Produktionskette über jeden Schritt nachvollziehbar zu machen, erklärt Novak. In diesem Bereich arbeite man eng mit Sony DADC in Salzburg zusammen. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.09.2005)

  • Kleinbetriebe vernetzen: Sun-Geschäftsführer Bernhard Isemann.
    foto: sun

    Kleinbetriebe vernetzen: Sun-Geschäftsführer Bernhard Isemann.

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