Anti-Dumping-Verfahren läuft

7. November 2005, 14:17
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Schuhindustrie und -handel bezweifeln aber Wirksamkeit

Wien - Seitdem mit Jahresanfang, mit dem Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation WTO, jegliche Beschränkungen von Schuhimporten aus China in die EU aufgehoben wurden, sind die Einfuhren förmlich explodiert.

Auf Betreiben der europäischen Schuhindustrie wurde daraufhin im Sommer ein Anti-Dumping-Ermittlungsverfahren gegen China eingeleitet, da die Branche monierte, China würde unter den Gestehungskosten liefern.

Eine Entscheidung in diesem Verfahren wird im Herbst erwartet. Am Ende könnten Zölle eingehoben werden; eine Kontingentierung von Produktgruppen wie im Bekleidungssektor wird nicht erwartet.

Mittlerweile mehren sich aber die Stimmen, die ein solches Verfahren als "sinnlos" bezeichnen, wie etwa Peter Zeitler, Bundesgremialführer des Schuhhandels, meint. Auch Paul Verrips, Generaldirektor der europäischen Vereinigung Fair (Footwear Association of Importers und Retailchains) sieht negative Auswirkungen, die "alle Parteien schädigen" würden.

"Anti-Dumping-Maßnahmen würden keinen einzigen verlorenen Produktionsanteil in die EU zurückbringen", erklärt Verrips in einer schriftlichen Eingabe an die Kommission.

Der oberösterreichische Schuhindustrielle Josef Lorenz von der Shoe Fashion Group Lorenz und Obmann der Schuhindustrie sieht einen besseren Weg darin, sich mit hochqualitativen und Nischenprodukten von der Billigkonkurrenz abzuheben.

Die in Österreich verbliebenen 25 Hersteller mit rund 2200 Mitarbeitern seien diesen Weg gegangen; viele Produktionsschritte wie Näharbeiten seien bereits ausgelagert. Damit ginge es der in den letzten Jahren stark geschrumpften Branche "relativ gut", erklärt Lorenz. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.09.2005)

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