IHS-Experte: 3,1 Prozent "im Rahmen"

7. November 2005, 19:56
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Hofer: Zweifel an Vorbildwirkung für andere Branchen angesichts geringerer Produktivitätssteigerungen

Wien - Der Lohnabschluss der Metaller mit 3,1 Prozent plus ist für den Arbeitsmarktexperten des Instituts für Höhere Studien (IHS), Helmut Hofer, angemessen. Prinzipiell müssten die Verhandler am besten wissen, ob der Abschluss in Ordnung sei, denn diese hätten die Informationen aus den Unternehmen, erklärte Hofer am Montag gegenüber der APA. Da der letzte Abschluss relativ niedrig ausgefallen war, weil man von geringeren Inflationserwartungen als dann eingetroffen ausgegangen sei, "sind 3,1 Prozent durchaus im Rahmen", so der IHS-Experte.

Bei Lohnabschlüssen gebe es zwei gegenläufige Effekte: Einerseits steigere ein höherer Lohnabschluss die Kaufkraft, andererseits könne ein zu hoher Lohnabschluss negative Beschäftigungseffekte auslösen. Hohe Lohnrunden hätten auch Rückwirkungen auf die Preise, daher sei per se nicht klar dass eine höhere Lohnrunde wirklich die Kaufkraft stärke, so Hofer. Diesmal sieht Hofer aber keinen negativen Beschäftigungseffekt.

Auswirkungen auf andere Branchen fraglich

Fraglich ist für den Arbeitsmarktexperten nun, ob auch andere Branchen "einen 3-er vor dem Komma" haben werden. Bei den Metallern seien die Produktivitätssteigerungen höher als etwa im Dienstleistungsbereich. Das sollte auch berücksichtigt werden, da bei den Lohnrunden sowohl die Entwicklung der Inflation als auch der Produktivität einberechnet werde. Weitere Lohnrunden könnten etwa auch mit plus 2,5 oder plus 2,75 Prozent geringer ausfallen, so die Annahme des IHS-Experten. (APA)

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