Moderne Bewässerung für den Wiener Augarten

20. März 2006, 20:14
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Nachhaltiges Wirtschaften schont Ressourcen und verbessert die Qualität der Anlage

Wien - Als erste der sieben Parkanlagen der Bundesgärten wurde der Wiener Augarten mit einem automatischen Bewässerungssystem ausgestattet. Seit Montag ist die Anlage in Betrieb. Das reduziert den Wasserverbrauch und bedeutet Qualitätsverbesserungen für die Grünflächen.

Notwendig wurde die Umstellung auf eine automatisierte Bewässerung unter anderem durch die U2-Erweiterung im Nahbereich des Augartens. Die Kosten von rund 340.000 Euro tragen daher zur Hälfte die Bundesgärten, zu 30 Prozent die Wiener Linien und zu 20 Prozent die Burghauptmannschaft. "Das neue Bewässerungssystem ermöglicht budgetäre und ökologische Optimierungen, die der Erhaltung der historischen Gartenanlage und damit auch den BesucherInnen zugute kommen. Das entspricht den Prinzipien einer nachhaltigen Wirtschaftsweise", sagte Umweltminister Josef Pröll anlässlich der Inbetriebnahme der automatischen Bewässerungsanlage.

Vorteile

Das neue Bewässerungssystem bringt mehrere Vorteile: Es ermöglicht das Gießen mit Brunnenwasser statt mit Hochquellwasser. Die Bewässerung in der Nacht verringert den Wasserverbrauch und verhindert in der heißen Jahreszeit Schäden an den Pflanzen. Auch die Randbereiche des Parks können nun regelmäßig bewässert werden. Das bisher fürs Gießen benötigte Personal kann sich nun verstärkt der Park- und Denkmalpflege widmen.

Die Umstellungen der Bewässerungssysteme der Bundesgärten werden im Rahmen der nachhaltigen Pflege der sieben Parkanlagen umgesetzt. Das Programm umfasst auch stadtökologische Schwertpunkte bei der naturnahen Pflege der Waldquartiere des Augartens und des Großen Fasangartens im Schlosspark Schönbrunn.

Bundesgärten: Frauenförderung und Lehrlingsausbildung

Auch bei der Frauenförderung und der Erhöhung des Anteils der weiblichen Beschäftigten bemühen sich die Bundesgärten um Modernisierung des Betriebes. Derzeit sind von insgesamt 240 MitarbeiterInnen 20 Prozent weiblich. Insbesondere die Abteilungen, in denen vornehmlich Männer beschäftigt sind, sollen durch weibliches Personal aufgestockt werden. So erhält im Oktober 2005 eine Gärtnerin der Bundesgärten Wien als erste Frau in der 300-jährigen Tradition der Institution die Ausbildung zur Baumsteigerin. Diese Ausbildung war bisher als rein männliche Domäne den Gärtnern im Betrieb vorbehalten. Der Tätigkeitsbereich des Baumsteigens umfasst den Schnitt der historischen Alleebäume und Hochhecken. Er stellt eine äußerst anspruchsvolle Arbeit zur Erhaltung der historischen Gärten und Gartendenkmale dar.

Im Schlosspark Ambras in Innsbruck werden ab September 2006 erstmals Frauen in der Parkpflege tätig sein. Zwei Lehrmädchen werden künftig einen Teil ihrer Ausbildung in der Parkabteilung absolvieren. Im Zuge künftiger Personalwechsel werden Gärtnerinnen dem Schlosspark dauerhaft zugeteilt. Für 2006 ist vorgesehen, die Ausbildungszweige BlumenbinderIn/FloristIn und LandmaschinenmechanikerIn mit je einer zusätzlichen Lehrstelle auszubauen und im Sinne der Gendergerechtigkeit für den Berufszweig BlumenbinderIn/FloristIn, der zurzeit primär von Frauen gewählt wird, Männer zu interessieren und den Berufszweig LandmaschinenmechanikerIn für Frauen zu öffnen. Dies teilt das Lebensministerium mit. (red)

  • Artikelbild
    foto: christian fischer
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