Knöchelverzeichnis

3. Oktober 2005, 21:28
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Endlich einmal ein nettes Büchlein! "Von Eisbärsalat und Knöchelverzeichnis" heißt es und liegt gern bei der Kassa, wo Literatur und Witz sich sonst dem immer seichteren Mitbringseltum beugen. "Versprecher, davon hat man gehört, aber Verhörer, davon spricht niemand", schreibt der Autor und widerspricht. Sieben Jahre haben er und seine Freunde falsch verstandene Worte gesammelt. Das Ergebnis sind Klassiker, die uns wieder recht nah an die eigene Kindheit heranführen.

Haben Sie damals auch auf "Maria im G'fängnis" getippt? Lobten Sie die "Mamaschnitten" vergeblich vor dem "Kinderkohl"? Zählten Sie die Punkte vom "Marillenkäfer", und konnte Ihnen der "Cola-Bär" im Zoo gar nicht nahe genug sein?

Udo Lindenbergs "Sonderzug" führte garantiert auch bei Ihnen eine Weile nach "Bangkok". Den es zum Städtele hinaustrieb, der war ein "Musident". Der "Klobus" reiste um die ganze Welt. Beim "Valendienstag" dürfte sich das Datum geirrt haben. Und ein "Foahrradlberg" war notwendig, weil es damals in Wien noch keine Radwege gab.

Fein auch das Unterkapitel "politisch motivierte Verhörer", da ließ sich der Autor nicht humpen. Kurzum: gute Unterhaltung, freilich "ohne Gewehr". (DER STANDARD, Printausgabe vom 26.9.2005)

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    buchcover: überreuter
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