Wer folgt Elisabeth Gehrer?

5. März 2006, 19:30
57 Postings

Gehrer gilt nicht erst seit Pisa-Misere und Uni-Zugangschaos als Schwachstelle in der Regierungsmannschaft

Es gibt kaum jemanden in der ÖVP, der nicht findet, dass Bildungsministerin Elisabeth Gehrer für die nächste Nationalratswahl besser keinen Platz mehr in Wolfgang Schüssels "bewährtem Team" haben sollte. Gehrer gilt nicht erst seit Pisa-Misere und Uni-Zugangschaos als Schwachstelle in der Regierungsmannschaft. Auch aufgrund ihres Alters (63) und Images (Stichwort Handarbeitslehrerin) lässt sie sich schwer als Zukunftsansage im für die ÖVP besonders wichtigen Bereich Bildung "verkaufen".

Es gibt aber auch kaum jemanden in der ÖVP, der davon ausgeht, dass Schüssel von sich aus Gehrer austauscht - dazu ist der Kanzler mit seiner Stellvertreterin zu verbunden. Wenn Gehrer ihren Abschied aus der Politik nimmt, muss sie es selber tun - und danach schaut es derzeit nicht aus. Gehrer gibt sich kämpferisch und kann, wenn das Wort Ruhestand fällt, regelrecht unwirsch werden.

Auf die Frage nach einer Nachfolgerin für Gehrer fällt in der ÖVP meist ein Name: Kristina Edlinger-Ploder. Die steirische Bildungslandesrätin, 34 Jahre jung, scheute sich nicht, Gehrer beim Thema Schulreform zu kritisieren.

Neuer Sektionschef

Eine der wichtigsten Schaltstellen im Gehrer-Ressort bekommt ab Oktober einen neuen Chef: die Hochschulsektion. Wie berichtet geht Sigurd Höllinger in den (ministeriellen) Ruhestand, arbeitet aber als Projektleiter für die Eliteuni (Austrian Institute of Advanced Science and Technology) weiter. Als Nachfolger gilt Friedrich Faulhammer (42), Höllingers für Fachhochschulen zuständiger Vize. Während Höllinger bekennendes SP-Mitglied ist, wird Faulhammer der ÖVP zugerechnet. (DER STANDARD, Printausgabe, 25.9.2005)

von Barbara Tóth
  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.