Koubek vergab große Chance auf 2:0

9. Dezember 2005, 10:34
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Der Kärntner musste sich nach 2:0 in Sätzen Nicolas Lapentti noch geschlagen geben - Melzer hatte für die Führung gesorgt

Pörtschach - Nach dem ersten Tag des Weltgruppen-Playoff-Länderkampfs Österreich - Ecuador in Pörtschach steht es 1:1. Nach dem glatten 6:1,6:0,6:2 von Jürgen Melzer über Giovanni Lapentti zum Auftakt hatte Stefan Koubek große Chancen, eine möglicherweise vorentscheidende 2:0-Führung herzustellen. Doch der Kärntner ließ sich eine 7:5,6:4,3:0-Führung nach einem 4:30-Stunden-Marathon von Nicolas Lapentti noch aus der Hand nehmen. Lapentti siegte 5:7,4:6,6:4,7:6 (5),7:5.

Schwer enttäuschter Koubek

"Stefan ist im dritten Satz zu passiv geworden, Lapentti hat mit Slice-Bällen Tempo aus dem Spiel genommen und dann ist auch Stefan müder geworden", meinte Daviscup-Kapitän Thomas Muster nach dem Marathon vor rund 1.800 Zuschauern in der Werzer-Arena. "Der fünfte Satz ist immer eine Glückssache."

Koubek war freilich schwer enttäuscht. "Für mich ist es ziemlich schlimm. Ich habe ihn nach der Führung wieder zurück ins Match gelassen. Ich hatte dann in jedem Satz noch meine Chancen, habe sie aber nicht genützt", erklärte Koubek. Besonders ärgerte ihn der Umstand, dass dies nun schon die dritte Partie gegen starke Gegner war, die er nach starkem Beginn noch verloren hat. Er meinte damit die zwei Matches gegen Juan Carlos Ferrero und Carlos Moya in den vergangenen Wochen.

Positiver Nebeneffekt

Dennoch hat Koubek die Schlüsselfigur der Südamerikaner zumindest sehr müde gemacht, sowohl für das Doppel am Samstag als auch für das Einzel am Sonntag. "Das ist das einzig wirklich Positive, was ich nach der Partie sagen kann. Aber ich glaube, dass wir trotzdem noch eine gute Chance haben, den Daviscup zu gewinnen."

Zuvor hatte Melzer mit seinem ersten Daviscup-Sieg seit zwei Jahren für die Führung der Gastgeber gesorgt. Nach nur 86 Minuten war der am rechten Handgelenk angeschlagene Giovanni Lapentti (ATP-Entry-Nr. 133) abgefertigt. Es war der höchste Einzel-Sieg eines Österreichers im Daviscup seit 1990 (Horst Skoff-Diego Nargiso/ITA/6:0,6:0,6:2). Der deutlich gewichtiger gewordene "Horsti" war übrigens auch unter den Zuschauern in Pörtschach, Skoff trainiert ja in Kärnten mit Nachwuchsleuten.

Melzer tankte Selbstvertrauen

Melzer war erleichtert, denn nach vier Niederlagen en suite auf der Tour und auch einer mageren Daviscup-Bilanz strotzte er nicht gerade vor Selbstvertrauen. "Für mich war die Ausgangssituation schon sehr schwierig. Wir hatten auch nicht viel Zeit, uns auf diesem Belag vorzubereiten. Aber ich habe sehr wenig Fehler gemacht, auch wenn er sicher nicht seinen besten Tag hatte."

Der Weltranglisten-49. wertete den glatten Erfolg als zusätzliche Moralinjektion. "Dass er eine am Deckel gekriegt hat, ist für das Wochenende sicher von Vorteil." Dass Giovanni Lapentti nicht ganz fit war, kümmerte Melzer wenig. "Auf das darf man nicht schauen, so schlimm kann es aber nicht gewesen sein. Wichtig für mich ist, dass ich annähernd fehlerfrei gespielt habe", freute sich Melzer nach seinem insgesamt erst fünften Einzelsieg im Daviscup.

Frustrierter Gegner

Lapentti beklagte einen der "traurigsten Tage der letzten Jahre". Er habe sich schon vor den US Open am Handgelenk angeschlagen und sei einfach nicht in der Lage gewesen, voll durchzuziehen. "Ich konnte nicht richtig aufschlagen. Das hat mich sehr frustriert, weil ich meine beste Waffe nicht nützen konnte", betonte Giovanni Lapentti. "Nun liegt alles an meinem Bruder, auch im Doppel."

Wäre es nicht eine Daviscup-Begegnung gewesen, hätte er nicht gespielt, versicherte der 22-jährige Giovanni. Passiert ist ihm die Verletzung schon vor den US Open, als er einen schweren Koffer, der ihm entglitten war, hatte auffangen wollen. Sein Kapitän Raul Viver hat allerdings nicht viele Wahlmöglichkeiten, ihn zu ersetzen. "Natürlich könnte jemand anderer spielen, aber sie haben einfach nicht die Erfahrung", glaubt Giovanni. (APA)

Ergebnisse vom ersten Tag des Daviscup-Länderkampfs (Weltgruppen-Playoff) zwischen Österreich und Ecuador vom Freitag:

Österreich - Ecuador Zwischenstand: 1:1

  • Jürgen Melzer - Giovanni Lapentti 6:1,6:0,6:2
  • Stefan Koubek - Nicolas Lapentti 7:5,6:4,4:6,6:7(5),5:7
    • Bild nicht mehr verfügbar

      Stefan Koubek am Ende am Boden.

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