Zuwächse bei betrieblicher Altersvorsorge

7. November 2005, 14:09
posten

Schub in der betrieblichen Altersvorsorge erwartet die s Versicherung von der ab morgen, Freitag, möglichen "Betrieblichen Kollektivversicherung"

Wien - Einen Schub in der betrieblichen Altersvorsorge erwartet die s Versicherung von der ab morgen, Freitag, möglichen "Betrieblichen Kollektivversicherung", die den Lebensversicherern das Anbieten der zweiten Säule der Pensionsvorsorge zu gleichen Bedingungen wie die Pensionskassen ermöglicht. "Der Kuchen wird mit Sicherheit größer werden", sagte s Versicherungschef Erwin Hammerbacher am Donnerstag in einer Pressekonferenz.

Pensionskassen und Assekuranz könnten sich ergänzen, für junge Mitarbeiter sei eine Pensionskasse sinnvoll, gegen Ende des Berufslebens könne man dann in eine Lebensversicherung "switchen".

Bestehende Betriebspensionssysteme würden nun auf den Prüfstand kommen. Hammerbacher erwartet, dass nun viele bestehende Betriebsvereinbarungen zur betrieblichen Altersvorsorge gekündigt neu vereinbart werden - mit einer Kombination von Pensionskasse und Betrieblicher Kollektivversicherung (BKV).

Pensionskassen auf der Spur

Es sei davon auszugehen, dass bei es bei der BKV in den nächsten zehn Jahren eine ähnliche Durchdringung wie bei den Pensionskassen mit rund 400.000 Anwartschafts- und Leistungsberechtigten geben werde. Die s Versicherung, Österreichs größter Lebensversicherer, rechnet damit, dass sie selbst heuer noch Abschlüsse mit 200 kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) erzielen kann.

Angesichts der "demografischen Krise" - bis zum Jahr 2050 sei mit einer "Altenbelastungsquote von 50 Prozent" zu rechnen - werde die private und betriebliche Vorsorge immer wichtiger. Dies werde der Bevölkerung auch immer stärker bewusst, wie auch jüngste Umfragen zeigten. Die Bedeutung der Eigenvorsorge schätzten 45 Prozent der 20 bis 54-jährigen als "sehr wichtig" und 42 Prozent als "wichtig" ein. Als optimales Einstiegsalter werde laut Fessel-Gfk-Umfrage aus dem Jahr 2004 von 56 Prozent unter 30 Jahre und von 12 Prozent unter 20 Jahre angegeben. 55 Prozent hätten bereits eine Lebensversicherung und 20 Prozent eine staatlich geförderte Zukunftsvorsorge. 27 Prozent planten eine Lebensversicherung, 23 Prozent eine Zusatzpension und 20 Prozent ein staatlich gefördertes Produkt. 43 Prozent planen Maßnahmen, 30 Prozent haben konkrete Pläne.

Unverfallbar

Die BKV habe den Vorteil, dass Beiträge und Zuweisungen unverfallbar seien, betonte s Versicherung-Vorstand Manfred Rapf bei der heutigen Pressekonferenz. Der Unterschied zur Pensionskasse sei die Garantie in der Renten- und Ansparphase. Die BKV bietet einen Garantiezinssatz von 2,25 Prozent und es gelten auch bereits die neuen Rententafeln, die für die sonstige Lebensversicherung erst im kommenden Jahr eingeführt werden.

Das Produkt sei jedenfalls günstiger als eine Gehaltserhöhung. Bei 1.000 Euro mehr Gehalt, einem Einkommen unter der ASVG-Grenze und einem Lohnsteuersatz von 38,33 Prozent beispielsweise bekomme der Dienstnehmer netto den ganzen Betrag, während bei einer Gehaltserhöhung nach Abzug der Lohnnebenkosten (238 Euro) und Sozialversicherung und Lohnsteuer (347 Euro) nur 415 Euro netto übrig bleiben. Werden diese 415 Euro von einem 30-jährigen Mann privat veranlagt kann er bei einem Pensionsantritt mit 65 mit 868 Euro jährlich rechnen, bei der Betriebspension mit den 1.000 Euro-Einzahlung sind es laut s Versicherung 2.168.

Gefordert wird von der s Versicherung, dass gesetzlich ermöglicht werden soll, dass auch bestehende Gehälter in Betriebspensionen umgewandelt werden können. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Pensionskassen und Assekuranz könnten sich ergänzen, für junge Mitarbeiter sei eine Pensionskasse sinnvoll, gegen Ende des Berufslebens könne man dann in eine Lebensversicherung "switchen".

Share if you care.