Mutmaßlicher Kriegsverbrecher Asner wird nicht an Zagreb ausgeliefert

Redaktion, 26. September 2005, 08:40

Verfahren in Österreich noch in diesem Jahr - 92-Jähriger spricht von "kommunistischer Intrige"

Wien - Der mutmaßliche Kriegsverbrecher Milivoj Asner wird nicht an Kroatien ausgeliefert. Das stellte der Sprecher des Justizministeriums in Wien, Christoph Pöchinger, am Freitag gegenüber der APA fest. Begründung: Der bisher unbehelligt in Klagenfurt lebende 92-jährige Kroate, dem Verbrechen zu Zeiten des Ustascha-Regimes im Zweiten Weltkrieg vorgeworfen werden, besitzt auch die österreichische Staatsbürgerschaft.

Der entsprechende Antrag aus Zagreb sei eingelangt, bestätigte Pöchinger. Nach einer "guten Kooperation mit Kroatien", werde es aber ein Verfahren in Österreich geben. Dessen Beginn ist wegen der wochenlangen Übersetzungsarbeit durch die große Menge an Material, das von der kroatischen Justizbehörde übermittelt wurde, noch nicht absehbar. Pöchinger vermutet ihn noch im Jahr 2005.

Asner wird vorgeworfen, als Ustascha-Polizist für Verbrechen an der Zivilbevölkerung, Deportationen in Konzentrationslager sowie Raub und Vertreibung in der 150 Kilometer östlich von Zagreb gelegenen Stadt Pozega verantwortlich zu sein. Betroffen waren vor allem Juden und Serben.

Bis zu 16 Belastungszeugen sollen nach ersten Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft in Pozeg ausfindig gemacht worden sein. Asner wurde auch vom Direktor des Simon-Wiesenthal-Zenrums in Jerusalem, Efraim Zuroff, angezeigt. Asner selbst sprach gegenüber dem ORF-Radio von einer "kommunistischen Intrige" gegen ihn.

"War nie bei Ustascha"

Er sei schon 50 Jahre in Österreich: "Warum haben die bis jetzt noch nichts gefunden. Alles ist erlogen, alles kommunistische Lügen". Auf die Frage, ob er jemals bei der Ustascha gewesen sie, sagte Asner: "Nein, ich war immer bei der kroatischen Bauernpartei".

Die 1929 von Ante Pavelic gegründete Ustascha-Bewegung herrschte in Kroatien von 1941 bis 1945 als Handlangerin des deutschen Nazi-Regimes. Nach der kommunistischen Machtübernahme in Jugoslawien verließ Asner das Land und ging nach Österreich, wo er im Jahr 1946 eingebürgert wurde. 1991 kehrte er wieder nach Kroatien zurück, nachdem das Land die Unabhängigkeit von Jugoslawien erlangt hatte.

Alen Budaj, ein Amateurhistoriker, erstellte im Rahmen einer Forschung über die Juden in der Stadt Pozega ein Dossier, das Asner schwer belastet. Laut Medienberichten trug Budaj ausreichend Beweise zusammen, um einen Prozess gegen Asner zu rechtfertigen.

Nachdem die Staatsanwaltschaft in Pozega Ermittlungen aufgenommen hatte, floh der mutmaßliche Kriegsverbrecher erneut aus Kroatien und lebt seither unter dem Namen Aschner in Klagenfurt. Er besitzt beide Staatsbürgerschaften. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 44
1 2
Re: TonciTonci - Wahrhaft armselig ihre Lügen, lieber Drago usw...

Da mich TonciTonci in einem Kommentar am unteren Ende der Diskussions- bzw. Kommentarseite einen Lügner nannte und Namen wünschte, bitte sehr:

Gojko Susak aus Mississauge, Canada, arbeitete mit Ustascha im Emigrationskreisen zusammen, war Verteidigungsminister Kroatiens 1992-1998.

Vinko Nikolic, Mitglied der so genannten Ustascha-Exilregierung in Argentinien, wurde 1997 in die Regierung Kroatiens berufen.

Ivo Rojnica, erster Präfekt von Dubrovnik nach Installation des faschistischen Kroatiens 1941, war Tudjmans erste Wahl für den Posten des Botschafters in Argentinien.

2.

Erst nach heftigen Protesten durch die jüdische Gemeinde in Argentinien rückte Tudjman von diesem Vorhaben ab. In einem Interview sagte Rojnica: "Alles, was ich 1941 getan habe, würde ich wieder tun." Das Simon Wiesenthal Center hält Rojnica für einen der führenden Kriegsverbrecher, die nach 1945 nach Argentinien flohen.

Der Otpor-Terrorist Miro Baresic kehrte zu Beginn der Kriegshandlungen nach Kroatien zurück und schloss sich der HOS-Miliz des kroatischen Faschisten Dobroslav Paraga an. Daneben kämpften Neonazis aus ganz Europa sowie aus Südafrika als Söldner in Paragas Einheit. 1992 wurde Baresic in der Krajina erschossen. Tudjman verlieh ihm posthum den Ustascha-Ehrentitel "Ritter", dazu ließ er ein Denkmal für Baresic errichten.

Die Nachricht läßt mich an die Schlagzeilen von gestern denken

Einen Kriegsverbrecher schützen wir, weil er die österreichische Staatsbürgerschaft hat. Die österreichische Staatsbürgerschaft verweigern wir Kindern, die in der Schule eine Klasse wiederholen. Die österreichische Staatsbürgerschaft muss schon etwas sein, nur möchte ich nicht wissen was.

Ich glaube aber auch, würde USA die Auslieferung verlangen, würde er nicht von der österreichischen Staatsbürgerschaft geschützt.

Kann keinen Unterschied sehen, ob er jetzt seinen Prozess in Österreich bekommt oder in Kroatien! Hauptsache er bekommt seine gerechte Strafe, aber bei seinem Alter wird er sich wohl früher vor Gott verantworten müssen, als vor der langwierigen Gesetzschließung.

unabhaengig

von diesem Fall, Kriegsverbrecher scheint eine Taetigkeit zu sein, die eine relativ hohe Lebenserwartung garantiert.

Wo sind denn nun die großserbischen Forumsbesucher a la Hr. Dorin etc??

Die Republik Kroatien prozessuiert einen Ustascha-Verbrecher.

So wie sie es im übrigen schon vor Jahren mit einem gewissen Herrn Dink Sakic bereits getan haben. Der sitzt seitdem in Kroatien im Knast.

@Hr. Alex Dorin und all den anderen großserbischen Cetnik-Sympathisanten im Forum: Allein dieser Artikel hier strafft sie Lügen und ist ein regelrechter Faustschlag in ihre großserbische Lügenfratze.

?

sagen wir das mal so: kroatien hat keine andere wahl gehabt, denn es hat anzeigen vom wiesenthal gegeben und beweise aus pozega ... also ... artikel genau lesen und dann losplappern.

Sie scheinen als einziger auf diese plumpen Versuch der selbstrehabilitierung reinzufallen. Ausserdem ist nicht jeder Serbe Cetnik, ich persönlich kenne keinen der den zurück König haben will. Grandios auch der Versuch von Herrn Asner den Kommunisten alles anzughängen, wahrscheinlich sollte man ihm sagen das der 2. WK vorbei, Kroatien "befreit" ist von den Kommunisten und er aus seinem Schützengraben wieder raus kann... Und nur weil einer gerne chattet, ist er doch nicht gleich ein Chatnik?!

dankbar

ich persönlich bin dankbar für ihr posting in einer öffentlchen zeitung... "faustschlag" und "lügenfraze" etc.

vielleicht können sich jetzt einige mitbürger der westlichen welt, ein bild machen wenn sie die sprache von proserbische und prokroatische poster vergleichen....

weiter so!!

Groß-Serbische Lügenfratze?

Einen 92-jährigen finden und als grossen Coup feiern ist ein bisschen sehr naiv.
Der ist wahrscheinlich nach 2 Schlaganfällen in Pflege, und jetzt kommt die kroatische Justiz und will die Auslieferung.
Mir kann keiner erzählen, das Mr. Asners Aufenthalt bis jetzt für die kroatischen Geheimdienstler unbekannt war.

Weil ein Reporter auch den Aufenthaltsort herausgefunden hat, gibts einen Alibi-Auslieferungsvertrag.

Bitte nicht zu Stolz sein auf diese Aktion, Herr TonciTonci.
Und die nationalistischen Sprüche...nocomment

Sie machen übrigens den selben Fehler wie alle Ex-Jugoslawischen Regierungen.
Unter dem Motto "Machen wir die anderen schlecht umd selber besser da zu stehen", versucht man den eigenen Mist unter den Teppich zu kehren!

Was ist eine ex-jugoslawischen Regieurung, bitte?

Er meinte sicher postjugoslawisch. Auch wenn die Unterschiede nicht so groß sein sollten...

klugscheisser!

sie haben Gespenster in Kopf

ein Asner als große Beute zu präsentieren scheint mir grotesk lieber tonci...besonders im Hinblick auf die jüngere "Helden" (politisch korrekte Version für die kroatische und deutschsprachige Öffentlichkeit) oder Kriegsmetzger (Version für normal angelegte Menschen) wonach es auch in Kroatien wimmelt.

"Kleine" Provokation. Ich bin sicher: eines tages werden wir (fast) alle wieder darüber einig sein...dass ein südslawischer Staatenverbund gar keine schlechte idee ist...und wir (normale Menschen) werden uns sogar darüber freuen.

Beste Grüße von Ihrem - politisch sehr unkorrekten - Gaius.

Vorher wird in Wien der türkische Halbmond auf dem Steffl wehen.

...als "kleine Provoktion" zurück

In Berlin hängt er schon fast....

Hat er ja eh schon

für fast 150 Jahre...

Jugoslawien ist ist gescheitert...

Hängen Sie bitte nicht Jugoslawien nach. Dieses Konstrukt wurde von einem Kleber namens Tito zusammen gehalten. Und wie jeder Kleber wurde auch dieser porös und bröselig. Der Zerfall YU war zwangsläufig und unvermeidbar. So wie es die CSSR oder UdSSR auch erwischt hat. Irgendwann gibt es eine Wiedervereinigung auf einem kleineren gemeinsamen Nenner, aber in einem großen Europa.
Nur: ein Großserbien, so wie es Milosevic wollte und Sesilj (richtige Schreibweise?) es will, wird es nie geben.

Wie nennen sie denn den Kleber der die EU zusammenhält? Und warum ist Kroatien so bemüht sich mit diesem Kleber einzuleimen? Ich denke unter anderen wirtschaftlichen Voraussetzungen wäre Jugoslawien ein Knaller geworden. Das was für die EU spricht, hätte auch für Jugoslawien gültig sein können. Aber da einige pseudomachiavellisten die Chance gewittert haben, an bisschen Macht zu gelangen und sich in die "großen" Geschichtsbücher ihrer jeweiligen Länder einzutragen, waren sie auch nicht abgeneigt eine Politik des Sezession bis zum äusserten zu führen. Natürlich gerne mit Hilfe des Auslands, welches sich kaputtlacht wie schnell das bei uns geht. Eben für eine Hand voll Dollars.

Tut leid,

dass ich Ihren Namen mit Liczar statt richtig Lzicar geschrieben habe.

Richtig,

von den Postings hier scheint das von Herren Liczar am vernünftigsten. Jugoslawien war eine Zwangskonstruktion von Tito. Es stimmt, es hätte nach 1989 reelle Chancen gehabt in einem demokratischen Staatenbund zu mutieren. Da hätte aber in Serbien nicht Milosevic an der Spitze stehen dürfen. So gesehen ist die Grundlage zum Krieg spätestens mit Milosevics Machtergreifung innerhalb der KPO Serbiens (glaube 1987) gelegt worden.

Vielleicht hätten Jugoslawien in den 80-ern nicht so viele BND und CIA Agenten unterwandern dürfen. Woher hatte den Tudjman das Geld und die Beratung für seine Wahlkämpfe nach US-Vorbild. Und glauben sie nicht dass dies für ein "freies" Kroatien getan wurde, es diente ausschliesslich der Zerschlagung Jugoslawiens, und die Nationalisten waren die willigen Vollstrecker, auf allen Seiten.

Wieso ging es dann

den Menschen im Tito-Jugoslawien besser als heute?

...welchen denn?

...den in kroatien sicherlich nicht evtl denen in serbien, da alle finanzellen einkünfte des tourismus in die zentralkasse gingen, vorwiegend für militär und infrastruktur der hauptstadt sowie kommunistischen staatsapparat ausgegeben wurden.3/4 aller einnahmen wurden in slowenien und kroatien erwirtschaftet, aber nur knapp 20% flossen auch dorthin wieder zurück!
naja, jetzt muss man in belgrad halt ein wenig sparen und den gürtel enger schnallen, sprich, sich sein brot selber verdienen!

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 44
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.