ULF-Offensive der Wiener Linien

3. November 2005, 16:55
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Niederflur-Garnituren auf Linien 1, 2, D und 49 ab Oktober - Einsatz in ganz Wien bereits 2007 statt 2014

Wien - Mit 19 cm Einstiegshöhe bietet die Wiener Niederflurstraßenbahn ULF das weltweit niedrigste und bequemste Einstiegsniveau. Ein vorgezogenes Investitionsprogramm bei den Wiener Linien soll nun den flächendeckenden Einsatz von Niederflurstraßenbahnen beschleunigen. So wird ULF laut den Wiener Linien bereits 2007 statt 2014 in der ganzen Stadt im Einsatz sein. Derzeit sind insgesamt 150 Niederflur-Garnituren auf zehn Linien unterwegs. ULF-Komfort für die Linien 1, 2, D und 49 Da laufend neue Fahrzeuge geliefert und in Betrieb genommen werden, können in einem nächsten Schritt gleich auf vier weitere Linien ULF-Garnituren auf Schiene gestellt werden. Die derzeit auf den Linien 1 und 2 im Rahmen des Ersatzverkehrs für die U2 eingesetzten Niederflur-Garnituren werden auch nach der Wiederinbetriebnahme der U2 am 3. Oktober weiter am Ring unterwegs sein. Darüber hinaus werden ab 3. Oktober auch die Fahrgäste der Linien D und 49 in den Genuss des Niederflurkomforts kommen.

2004 haben die Wiener Linien den Auftrag über weitere 150 ULF an Siemens vergeben. Die ersten Fahrzeuge der neuen, klimatisierten ULF-Generation können 2006 an die Wiener Linien ausgeliefert werden. Bis 2014 werden mit den 150 neuen Garnituren insgesamt 300 ULF in Wien unterwegs sein. Der Auftragswert beläuft sich auf 357 Millionen Euro.

Netzweiter ULF-Einsatz bis Ende 2007 möglich

Parallel dazu werden in weiteren Remisen die infrastrukturellen Voraussetzungen für den ULF-Einsatz geschaffen. Bis Ende 2007 werden die Betriebsbahnhöfe der Wiener Linien soweit adaptiert sein, dass ein netzweiter Einsatz von Niederflur-Straßenbahnen möglich wird. Die Niederflur-Straßenbahnen können nämlich nur von jenen Betriebsbahnhöfen der Wiener Linien eingesetzt werden, die über die erforderliche Infrastruktur für Wartung und Reparatur verfügen.

Ursprünglich hatten die Wiener Linien vorgesehen, den allmählich größer werdenden Pool an Niederflur-Fahrzeugen auf bereits bestehende ULF-Linien zu konzentrieren und erst dann, wenn auf diesen Linien eine große Dichte an Niederflur-Fahrzeugen erreicht ist, Schritt für Schritt weitere Linien mit ULF-Garnituren zu versorgen. Der neue Einsatzplan sieht vor, Niederflur-Fahrzeuge weniger stark auf einzelne Linien zu konzentrieren und dafür rascher in die Breite zu gehen.

Möglich wird die ULF-Offensive auf Grund vorgezogener Investitionen in der Höhe von rund drei Mio. Euro für Fahrerschulungen, Schulungen des Werkstättenpersonals, Anpassungen von baulichen Einrichtungen an der Strecke sowie die Verstärkung der Stromversorgung. (red)

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