Erwärmung dem Pflanzenwuchs nicht förderlich

12. Juli 2006, 14:30
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Im Gegenteil: Forscher konstatieren verringertes Austreiben durch Hitze und Dürre - was pfanzliche CO2-Aufnahme verringert und den Treibhauseffekt verstärkt

Paris - Die extreme Hitze und Trockenheit des Sommers 2003 in Europa hat einer wissenschaftlichen Studie zufolge rund ein Drittel der Pflanzentriebe unterdrückt oder absterben lassen. Weniger ertragreiche Ernten seien die Folge dieser Entwicklung, die seit einem Jahrhundert nicht in diesem Ausmaß beobachtet worden sei, schreiben die Wissenschafter um Philippe Ciais vom Pariser Klima- und Umweltforschungsinstitut LSCE in einem Beitrag für das Wissenschaftsmagazin "Nature", das am Donnerstag erscheint.

Diese Entwicklung setze einen Kreislauf in Gang, der wiederum zur Erderwärmung beitrage: Denn weniger Planzentriebe seien eine Ursache für eine kargere Vegetation und das wiederum führe zu einer geringeren Aufnahme von CO2 durch die Natur. Pflanzen sterben ab, neue wachsen jedoch nicht in gleichem - oder gar größerem - Ausmaß nach: Statt CO2 aufzunehmen und einzulagern, gibt die Pflanzenwelt in Summe schließlich CO2 an die Atmosphäre ab - und das in großem Stil. Und CO2 begünstigt den so genannten Treibhauseffekt.

Anders als manche Klimamodelle, die von einer stärkeren Triebbildung bei zunehmender Erwärmung ausgingen, zeige die Studie, dass die extreme Dürre und Hitze von 2003 das Gegenteil bewirkt habe, schreiben die Forscher weiter. Das lasse befürchten, dass Trockenheit nicht nur die Ökosysteme verändere, die als natürliche CO2-Verbraucher lebenswichtig seien, sondern damit selbst Anteil an der globalen Erwärmung habe.(APA/red)

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