Erste große Namen für Outlet Leobersdorf

7. Oktober 2005, 14:03
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Das Leoville-Outlet-Center Leobersdorf ist zwar erst zur Hälfte mit Waren gefüllt, für 2006 werden aber große Namen als Mieter genannt: Valentino, Givenchy, Gaultier

Leobersdorf - Im Mai war "Soft Opening", für den 17. Oktober ist das "Grand Opening" anberaumt: Trotzdem ist noch nicht einmal jedes zweite Geschäft im neuen Outlet-Hotspot Leoville südlich von Wien mit Waren gefüllt. Was in der Branche einiges an Unken ausgelöst hat, von wegen: "Das Premiumkonzept geht nicht auf."

Stimmt nicht, alles ganz anders, sagt Leoville-Geschäftsführer und -Gesellschafter Michael Herscovici im STANDARD-Gespräch, das Premiumkonzept werde durchgezogen. "Premium, kein Luxus. Wir wollen eine Abbildung von Kärntner Straße/Kohlmarkt/ Graben werden, und da gehören Humanic und Palmers auch dazu."

Herscovici gibt auch erstmals große internationale Namen öffentlich bekannt, die sich in Leobersdorf niederlassen werden: unter anderem Valentino, Givenchy, Jean Paul Gaultier, Baldinini. Letztere werden bereits im Oktober aufsperren, die anderen erst Anfang nächsten Jahres. "Es gibt mehr als nur die drei üblichen", sagt Herscovici auf die wiederkehrenden Fragen nach Armani, Versace und Gucci, "was aber nicht bedeutet, dass einer von diesen auch noch kommen könnte."

Anfang Oktober werden 26 Geschäfte in Leoville offen haben, laut Geschäftsführung entspreche dies etwas mehr als 50 Prozent der derzeitigen Gesamtkapazität. "Der Vermietungsgrad ist aber höher." Bis Sommer 2006 soll Leoville voll sein, mit ein paar Geschäften als "Reserve" für die Centerbetreiber.

Weitere Projekte

Leoville wird von der European Outlets AG betrieben, an der Herscovici und sein Partner Michael Griesmayr je die Hälfte der Anteile halten. An Leoville selbst ist außer den beiden noch die Volksbanken-Tochter Immoconsult beteiligt, die unter anderem auch bei der Lugner City dabei ist.

Leobersdorf ist der zweite Outlet-Center-Standort Österreichs. Etabliert wurde der Handelstyp in Parndorf von McArthurGlen. Vor kurzer Zeit wurde dort mit BIGG das zweite Center eröffnet, in dem Markenartikler ihre Vorjahresmode zu Superrabatten feilbieten.

Im STANDARD-Gespräch berichtet Herscovici von "weiteren Projekten" seiner Firma, allerdings nicht in Österreich. In nächster Zeit will man ein konkretes Projekt im angrenzenden Ausland der Öffentlichkeit bekannt geben.

In Sachen Konkurrenz gibt sich der Leoville-Dorfoberste selbstbewusst: "In Österreich haben wir keine direkte Konkurrenz, was die Zielgruppe betrifft. Unsere Konkurrenz ist international." Die "Outlet-Hopper" sollen angesprochen werden, so Herscovici, also jene betuchten Damen, die mit Freundinnen übers Wochenende in eine europäische Metropole fliegen, um ausgiebig im Preis herabgesetzte Designerteile zu erstehen.

"Wir wissen von unseren Geschäftspartner, dass es genug solche gibt." Bei einem Rundgang durch das Center traf DER STANDARD auf eine Gruppe kaufwütiger, heimischer, Damen. Deren Resümee: "Schöne Architektur, wirklich. Aber noch ist Parndorf besser." (Leo Szemeliker, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22.09.2005)

  • Outletcenter Leoville, eine halbe Autostunde südlich von Wien: Erst zur Hälfte besiedelt, ab Sommer 2006 soll es voll vermietet sein.
    foto: european outlets

    Outletcenter Leoville, eine halbe Autostunde südlich von Wien: Erst zur Hälfte besiedelt, ab Sommer 2006 soll es voll vermietet sein.

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