RSS: Bildschirmtext für Windows-Computer

17. Oktober 2005, 12:58
20 Postings

RSS vor dem Sprung in den Mainstream - Microsoft baut Technik ins Betriebssystem ein

Die RSS-Technik zur Anzeige aktueller Internet-Informationen wird vom kommenden Jahr vermutlich zum Allgemeingut: Die nächste Version von Windows integriert die "Really Simple Syndication" ins Betriebssystem. Sobald der PC eingeschaltet wird, zeigt eine Randleiste dann wahlweise die neuesten Nachrichten, die aktuellen Top-Ten-Hits oder die letzten Fußballergebnisse an.

Webseiten im Abo

"Wenn man ab dem nächsten Jahr eine Web-Site aufsucht, wird man ganz selbstverständlich die Möglichkeit erwarten, sie auch zu abonnieren", sagte der RSS-Experte von Microsoft, Amar Gandhi, auf der Entwicklerkonferenz PDC in Los Angeles. Jeden neuen Eintrag dieses Internet-Angebots kann man sich dann stets aktuell in einem kleinen Fenster in der "Sidebar" anzeigen lassen - einer neuen Randleiste in Windows Vista, wie der Nachfolger von Windows XP heißen wird. Ein Doppelklick auf einen Eintrag öffnet dann den Browser mit den ausführlichen Informationen dazu.

Beliebt bei Bloggern

RSS, eine besondere Umsetzung des Datenformats XML, ist vor allem bei den regelmäßigen Nutzern von Blogs beliebt geworden - also persönlichen Web-Sites mit ständig aktualisierten Beiträgen. Sobald man den "RSS-Feed" eines solchen Angebots abonniert hat, hat man stets die neuesten Beiträge im Blick, ohne dass man jedes Mal den Browser starten und die Internet-Adresse aufrufen muss. Für die Anzeige dieser Art von Bildschirmtext gibt es spezielle "RSS-Reader" oder Erweiterungen für bestehende Programme. Microsoft hat den RSS-Standard nun mit eigenen Erweiterungen versehen und ins Betriebssystem integriert. Immer dann, wenn die Internet-Verbindung nichts zu tun hat, schaut ein spezieller Windows-Dienst beim Server des abonnierten RSS-Feeds nach, ob sich die Daten geändert haben.

Die Zukunft

In einer Diskussionsrunde über "die Zukunft von RSS jenseits des Bloggings" zeigten die Teilnehmer vor allem Möglichkeiten für die Nutzung der Technik im Unternehmen auf. So könnte ein RSS-Feed dazu verwendet werden, der Belegschaft aktuelle Informationen mitzuteilen. Allerdings rechnet Microsoft-Entwickler Gandhi damit, dass es auch bei RSS Sicherheitsprobleme geben könnte: "Sobald RSS zum Teil des Mainstreams wird, erwarten wir alle möglichen üblen Dinge." Deswegen hat Microsoft die Sicherheitstechnik des Internet Explorers überarbeitet. Alle Daten aus dem Internet landen zunächst in einem "Sandkasten" von den wichtigen Systemdateien abgeschirmt.(APA/AP)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.