"Wir brauchen ein Publikum, dem Musik etwas wert ist"

von Redaktion  |  23. Dezember 2005, 12:13
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    Andreas Gasser, Sänger und Gitarrist von shiver, Franz Medwenitsch, Geschäftsführer des Verbands der österreichischen Musikwirtschaft und Heribert Pröbstl, Leiter des pädagogischen Beirats, präsentieren das Schulprogramm "Ideen sind etwas wert".

Österreichische Musikwirtschaft startet Schulprogramm "Ideen sind etwas wert" – Schon Kindern soll das Thema "Geistiges Eigentum" näher gebracht werden

"Der Schutz geistigen Eigentums ist die Basis für Bands wie uns. Wir investieren extrem viel Zeit und Energie in das Schaffen von Musik, was nur möglich ist, wenn unsere Arbeit auch entsprechend honoriert wird. Wir brauchen ein Publikum, dem Musik etwas wert ist", bringt Andreas Gasser, Sänger und Gitarrist von shiver, seine Einstellung gegen über geistigem Eigentum und Urheberrecht auf den Punkt.

Peer-to-Peer Tauschbörsen

Aber nicht nur die Künstler, vor allem die Musikindustrie klagt seit geraumer Zeit über Umsatzeinbußen. Diese werden im allgemeinen vor allem auf die Downloads mit Hilfe von so genannten Peer-to-Peer Tauschbörsen zurückgeführt.

Vor Gericht erfolgreich

Zwar konnte die Musikindustrie in jüngster Vergangenheit gegen Filesharing-Anbieter wie Grokster oder Kazaa juristische Siege verbuchen, zudem steigt auch die Akzeptanz von On-Demand Diensten, bei denen Musik gegen Bezahlung heruntergeladen werden kann.

"Aktion Scharf"

Im Rahmen der "Aktion Scharf" geht der Verband der österreichischen Musikwirtschaft (IFPI)auch gegen die Nutzer von Tauschbörsen vor. So wurden etwa 200 Verfahren gegen User, die urheberrechtlich geschützte Musik in Tauschbörsen zur Verfügung gestellt hatten, eingeleitet. Etwa 120 dieser Fälle wurden mit außergerichtlichen Einigungen abgeschlossen, die Ergebnisse der zivilrechtlichen Verfahren stehen derzeit noch aus.

"Gratis-Mentalität"

Dennoch scheint die Musikindustrie besorgt zu sein über die "Gratis-Mentalität", die sich bei vielen Internetnutzern gegenüber Musik eingebürgert hat. Daher will man nun im Rahmen des Schulprogramms "Ideen sind etwas wert" schon bei den Schülern für Verständnis für das Thema "Geistiges Eigentum" sorgen.

Schutz und Wert des Geistigen Eigentums

"Geistiges Eigentum ist ein spannendes Thema. Es geht um Kultur und Künstler ebenso wie um Wirtschaft und Arbeitsplätze. "Ideen sind etwas wert" soll informieren, Einblicke in die Praxis vermitteln, Neugierde wecken und zu einem besseren Verständnis für den Schutz und den Wert des Geistigen Eigentums beitragen," erklärt Franz Medwenitsch, Geschäftsführer des Verbands der österreichischen Musikwirtschaft, das Programm.

120 Seiten

Auf mehr als 120 Seiten informiert das Schulprogramm "Ideen sind etwas wert" über die Bedeutung der Kreativwirtschaft für Österreich, über die Produktion einer Musik-CD, über Musik aus dem Internet, über Musikberufe und über das Urheberrecht. Die Unterrichtsmappe enthält ein Angebot von Rollenspielen sowie das Planspiel "Musik-Star", die Erklärung der wichtigsten Fachbegriffe, methodische und didaktische Anleitungen sowie eine Linkliste für weiterführende Informationen. Eine DVD soll zusätzlich auch einen Blick "hinter die Kulissen" einer Musikproduktion bieten.

Die Materialien sollen in verschiedenen Gegenständen wie Deutsch, Wirtschaftskunde, Informatik und Musik eingesetzt werden und sind an Schüler der 5. bis 13. Schulstufe gerichtet.

Zusammenarbeit angestrebt

Derzeit behandelt "Ideen sind etwas wert" das Thema "Geistiges Eigentum" am Bespiel der Musikindustrie. Das muss aber nicht so bleiben, wenn es nach IFPI-Chef Medwenitsch geht. Ihm zu folge ist das Programm offen für andere Branchen, vor allem in den Bereichen Film, Literatur und Software sei eine Zusammenarbeit gut vorstellbar.(kk)

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»Posting 1 bis 25 von 35
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andi v. shiver
06.12.2005 11:25
Erstaunlich!

Ich bin erstaunt/erfreut zu sehen, dass hier noch immer über den Artikel vom 22. Sept. diskutiert wird!
Ein emotionales Thema das offensichtlich viele Leute anspricht. Schön!

Ein kleiner Beitrag von mir zur Umkehrung meines Satzes aus der Überschrift: Ihr braucht Musik, die dem Publikum etwas wert ist!

Finde ich erstens brilliant! ;) Zweitens richtig. Aber drittens ist folgender kleiner Logik-Fehler enthalten:

Wenn Musik nicht interessiert - aus welchen Gründen auch immer - dann wird sie wohl nicht gekauft, klar. Dann sollte sie aber auch nicht illegal bezogen werden. Wenn Musik für den User keinen Wert hat, dann soll er sie nicht zu kaufen und schon gar nicht klauen!

Das war's schon wieder. Schönen Advent der ganzen Community!

alt-heli .
03.12.2005 23:46
Wertvolle Musik wird sicher auch von dem gekauft dem es etwas wert ist

Also - ich habe z.B. jede einzelne CD von Hubert v. Goisern, W.Ambros u.v.a. etc. gekauft - d. h . ich habe eine CD Sammlung von über 100 CD's.

Von gewissen Labels deren CD's auf meinem Portable und in meinem Auto (2 Jahre alt) nicht abspielbar sind - diese CD's kaufe ich mir nicht mehr sonder lade sie mir im Netz herunter da ich mich nicht mit solch plumpen, unverschämten Methoden von diesen geldgeilen Labeln über den Tisch ziehen lasse.

stuffy 
24.11.2005 13:42
"Wir brauchen ein Publikum, dem Musik etwas wert ist"

Wir das Publikum, brauchen Musiker die auch Musik machen können, und es Wert sind gekauft zu werden.

Einheitsbrei- und Samplerproduzenten verdienen kein Publikum!!

the grand wazoo
06.11.2005 20:26
Musik die mir gefällt kauf ich auch

Ist auch meistens schwer im Internet zu kriegen, weils keiner kennt und deswegen auf Tauschbörsen kaum vorhanden ist.

Der Mons
01.11.2005 16:13
die schrecken auch vor gar nichts zurück

Lord Lenz
26.09.2005 11:21
Qualität kostet Geld !! Dann bietet auch Qualität!!

Und nicht irgendwelche Pop-Sternchen promoten alla Popstars !!!

Robert Jaritsch
27.09.2005 08:11
So schlecht kann das ja nicht sein...

... wenn es gekauft und massenhaft heruntergeladen wird. Der Geschmack ist halt verschieden, ich persönlich brauch's auch nicht, aber solange halt Sternchen dermaßen gekauft werden, wird's dem Publikum halt gefallen...




the grand wazoo
06.11.2005 20:24
das Publikum kennt bloss nix anderes

als das was es von den Radio- und Musiksendern vorgesetzt bekommt.
Wennst irgendwas lang genug auf Ö3 spielst wirds auch gekauft, mit Qualität haben Verkaufszahlen wirklich nichts zu tun.

Pascal Riché
02.11.2005 13:41

Bitte, eine DVD kostet normalerweise 5 - 10 EUR ... und unter 10 EUR kriegt man erst gar keine CD, nicht mal online.

Rot Grün
24.09.2005 10:13
LoL

Wieder eine sinnlose Initiative die Unmengen von Geld verschluckt. Nur ja nicht auf die Idee kommen und die Cds billiger zu verhökern, das wäre ja völlig abwegig. Dann kommt immer das faule Argument, daß man Künstler auch promoten muß. Stimmt, denn Schrott den normalerweise keiner haben will, wie z.B. Stürmer und Co, das muß man schon fleißig die Werbetrommel rühren, damit den Mist jemand kauft. Da reicht es halt nicht mehr die Charts permanent zu manipulieren.

Cpt. Yossarian
24.09.2005 07:50
Musik und Wert

Wir brauchen eine Musik, die dem Publikum etwas wert ist. Und dann brauchen wir noch Vertriebsstrukturen, die dem Käufer einen fairen Gegenwert für sein Geld bieten.
Wenn die Musikindustrie diese beiden Prämissen nicht begreift, und weiterhin miesen Schund auf nicht-standardisierten Formaten unter mißachtung allgemein gesellschaftlich akzeptierter (wenn auch in jüngster Zeit mit fragwürdiger juristischer Unterstützung in die (Teil)illegälität getriebener) Konsumentenrechten produziert, so hat sie halt ihren Geschäftsgrundlage verloren. Schade um die Arbeitsplätze, klar, aber es wird was Neues, besseres kommen.
Die Bleisetzer in den Zeitungen sind auch vor ca. 25 Jahren plötzlich verschwunden, und die Laternenanzünder vor 50 jahren .....

Robert Jaritsch
27.09.2005 08:14
Ist halt leider nicht so...

... dass die Musik keinem was wert wäre, es erkennen nur viele nicht (mehr) an, dass man dafür halt auch bezahlen muss.
Wenn sie mir nix wert ist, dann höre ich sie nicht, wenn sie mir gefällt, dann bin ich auch bereit, meinen Obulus dafür zu entrichten.
In der derzeit herrschenden Geiz ist Geil Mentalität allerdings, gehen diese Werte verloren. Man braucht sich ja nur hier die Diskussionen ansehen, ich schätze mal 99% der Personen, die sich hier so vehement für das kostenlose Runterladen aussprechen, haben noch nie etwas kreatives geschaffen, bei dem sie froh waren, dass das jetzt nicht jeder frei kopieren kann.




frech karotte
26.11.2005 15:22
ich glaube auch

dass jeder der es normal findet, ideen zu klauen, selbst keine hat

Karl Vondryk
10.11.2005 09:32

Wir reden hier nicht von der Frage, ob Musik etwaas wert ist sondern von der Höhe der Preise.

Sehen Sie sich doch mal im vergleichbaren DVD und Computerspielbereich um: dort bekommen Sie für Ihre Euronen deutlich mehr Leistung!

otto lochachter
26.09.2005 09:38
Konsumentenrechte?

Mit allgemein gesellschaftlich akzptierten Konsumentenrechten meinst Du wohl Urheberrechtsverletzungen?- Die Aktion der IFPI macht sichtlich Sinn- vielleicht haben nachher einige Mitbürger mehr eine gesetzeskonforme Einstellung zum geistigen Eigentum. Vielleicht könntest Du die Schulung ja auch nachholen.

Cpt. Yossarian
27.09.2005 08:59
Konsumentenrechte, jawohl!

Ich meine damit das recht auf Privatkopie, und die Verteilung dieser Kopien im Freundeskreis. UnCDs (sog. Kopierschutz) bearuben mich dieser Rechte. Dagegen wehre ich mich mit allen Mitteln, die zur Abwehr von Raub allgemein anerkannt sind.

Frodo Der Hobbit
24.09.2005 03:50
oligopol braucht gegenkraft

die überzeugendste massnahme wäre es, auf die art musik zu verzichten, die nur mehr mit celebrity und rotation in den pop musiksendern verkauft wird.
künstlich geschaffene stars, die nach einer saison wieder fallen gelassen werden, sind eben nicht überzeugend, dass der ganze zinnober was wert wäre. musik ist nur mehr eine gelegenheit der umwelt, aber keine tiefere identifikation. idole haben keine anforderung mehr, ausser cool zu sein.
mit den eintagsfliegen zerstört sich die industrie die basis der künstler, die über mehrere jahre aufgebaut werden müssen und dann aber auch dauerhaft überzeugen. jemand, an den man schon lange glaubt (bzw mit können überzeugt), ist einem auch den preis wert.

Herr Mann 
23.09.2005 02:40

nein. ihr braucht musik die dem publikum etwas wert ist.

das meer
22.09.2005 16:30
bitte bitte entkriminalisiern

gerade für die musikschaffenden, die sowieso nicht oder kaum davon leben können, ist die verteilung übers internet doch absolut positiv. (sogar auch finanziell). so bringt man die eigene musik unter die leut, kriegt mehr konzerte (mit mehr leit) und verkauft in folge wahrscheinlich auch noch mehr cd's etc. die großen sollen sich ihr zeug von mir aus gern schützen lassen.
lasst's euch doch nicht von der musikindustrie einreden es würd euch schaden wenn eure musik verbreitet wird. und gebt's euch schon gar nicht für so miese kampgnen her. bitte bitte.

Robert Jaritsch
27.09.2005 08:17
Kann ja jeder Künstler selbst entscheiden!

Das ist ja das schöne dran.
Es muss sich ja niemand von der ach so bösen MI vertreten oder produzieren lassen!
Es steht ja jedem Künstler frei, seine Werke selbst über P2P Netzwerke zu vertreiben.
Ob er dann davon leichter leben kann, weiß ich nicht, offenbar funktioniert dieses Geschäftsmodell nicht so wirklich.
Aber Sie könnten das ja mal vormachen, wie das funktioniert...





Gerald Hollergschwandtner
22.09.2005 11:10
hat die IFIP

das Werk schon an Microsaft und an div chin. und türk. Hersteller weitergeleitet???

Gerald Hollergschwandtner
22.09.2005 11:07
Neue Unterrichtsmaterialien eingetroffen!!!

"Warum Rauchen nicht gesundheitsschädlich ist und die Wirtschaft fördert" - von Morros, Marlbrolo und Memphus
"Gesunde Ernährung" - von McDinolds
"Lebensplanung" - von AlQuaida, Moon, ZeugenJehovos, Auum, et al
"Die Neue Evolutionslehre" - von Christoph Kardinal Schönbarrn
"Straßenverkehrslehre" - von Vereinigung der LKW-Fahrer
"Richtik Deitsch" - von Dem Tony Polsta


ps. wert dieses klingelton-frosches: 1 jahr freiheitsentzug!

gogo gandalf
26.09.2005 21:59

köstlich danke. aber auch traurig ähnliches ist mir ebenfalls durch den kopf gegangen. allerdings ganz so schlimm wie die mac d. aktion ist es auch wieder nicht.

Matthias Standfest  
23.09.2005 07:38
"Gesunde Ernährung" - von McDinolds

es gab heuer sogar ein ernährungsprogramm in österreichs kindergärten, veranlasst von gehrer/rauchkallat, bei dem ronald mcdonald den kleinen gesunde ernährung erklärte. also lieber aufpassen mit solchen vorschlägen...

Gargan G
22.09.2005 11:02
stimmt... "ideen sind etwas wert"

Ich bin voll dafür das Musiker (v.a. die Künstler darunter) Geld für ihre Werke bekommen... Die Frage ist nur: steht in dieser Mappe eigentlich auch, wie die MI (also die big Businesses und Chefs) einen Musiker abzocken (v.a. wenns ein Künstler is) bzw. links liegen lassen? und trotzdem/dadurch ein Vermögen verdienen. Ich würde gern die Mappe sehn!

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