eTel kauft yc networks

9. Dezember 2005, 10:48
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Mitarbeiter und Marke werden beibehalten - Halbjahresumsatz um 11 Prozent gestiegen

Der Telekomanbieter eTel Austria hat wieder zugekauft. Das Unternehmen der irischen eTel-Gruppe hat den burgenländischen Internetanbieter yc networks übernommen. Kaufpreis wurde keiner genannt, Marke, Arbeitsplätze und die yc networks-Produkte sollen erhalten bleiben. Durch die Übernahme will eTel Austria (vormals RSL COM) das Datengeschäft weiter ausbauen.

Weitere Zukäufe

Weitere Zukäufe in Österreich seien angedacht, in Osteuropa würden mit sechs Firmen Gespräche geführt. Zwei bis vier Telekomanbieter sollen im kommenden Jahr übernommen werden, so eTel-Group-Chef Bernard Somers am Mittwoch vor Journalisten. Sehr zufrieden zeigte sich das Unternehmen mit dem Mobilfunkgeschäft, wo eTel Austria als Wiederverkäufer des drittgrößten heimischen Mobilfunkanbieters One auftritt. Derzeit hat eTel Austria nach Eigenangaben fast 100.000 Mobilfunkkunden.

Über Plan

eTel Austria hatte im ersten Halbjahr 2005 den Umsatz um 11 Prozent auf 34,2 Mio. Euro gesteigertund liegt damit über Plan. Der Gewinn soll im heurigen Jahr ebenfalls über den Vorgaben liegen, aber ein schwächeres Wachstum als der Umsatz aufweisen, erklärte eTel-Austria-Chef Achim Kaspar. Derzeit hat die Österreich-Niederlassung 165 Mitarbeiter, die rund 50.200 Geschäfts- und 75.000 Privatkunden betreuen. Die burgenländische yc networks erwirtschaftete mit 25 Beschäftigten und 5.200 Kunden einen Jahresumsatz von 4 Mio. Euro.

Kritik an Breitbandinitiative

Kritik gab es an der Breitbandinitiative der österreichischen Regierung. Kaspar, auch Präsident der Interessenvertretung VAT (Verband Alternativer Telekom-Netzbetreiber), ortet durch die Förderungen eine Schaffung von "Monopolinseln". So würde die niederösterreichische Förderung keine Wiederverkäufer-Verpflichtung enthalten. Kaspar forderte statt der föderalen Vergabe von Subventionen eine "faire Regulierung" und steuerliche Anreize für den Breitband-Internet-Ausbau in ländlichen Regionen.

Einmal mehr griff Kaspar die VAT-Forderung nach einem Ende des Fast-Monopols der Telekom Austria (TA) bei der Eintreibung der Telefon-Grundgebühr auf. Hier müsse der Telekom-Regulator endlich ein Wiederverkäufer-Modell der TA vorschreiben.

NÖ-Roaming

Sollte One - wie angekündigt - als Reaktion auf die niederösterreichische Handy-Mastensteuer ein "NÖ-Roaming" einführen, werde man dies an die Kunden weitergeben, so eTel Austria. Für Herbst kündigte Kaspar eine Offensive bei Klein- und Mittelbetrieben (KMU) an, hier wolle man besonders durch eine Rechnung für Festnetz, Internet und Mobilfunk punkten.

eTel Austria entstand aus dem heimischen Internetpionier RSL COM. Die eTel-Group wurde 1999 in Dublin gegründet und hat Tochtergesellschaften in Wien und Eisenstadt, Frankfurt, Warschau, Bratislava, Prag und Budapest. eTel Austria ist das Kompetenzzentrum der eTel Group in Zentraleuropa.(APA)

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