Die Abschreckung wird durch noch mehr Anzeigen nicht größer

von Redaktion  |  20. Dezember 2005, 15:39
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    Bisher sollten hohen Strafen vor der Benutzung von P2P-Tauschbörsen abschrecken. In Deutschland spricht die IFPI nun davon, ein "ein Gefühl wie beim Schwarzfahren" zu erzeugen.

Deutsche Musikindustrie setzt nicht mehr nur auf Klagen gegen die User von Tauschbörsen sondern will ein "Gefühl wie beim Schwarzfahren" erzeugen

Im allgemeinen führt die Musikindustrie Umsatzeinbußen auf Raubkopien, vor allem Downloads via P2P-Tauschbörsen sind hier im MIttelpunkt der Kritik. Aus diesem Grund macht die Musikindustrie seit geraumer Zeit gegen die User unterschiedlicher Tauschbörsen mobil. Seit Beginn des Vorgehens gegen illegale Anbieter von urheberrechtlich geschützten Daten im September 2003 wurden 11.522 Fälle in zwölf verschiedenen Ländern bekannt gemacht.

"Angst vor rechtlichen Konsequenzen"

Laut einer Untersuchung des Verbands der Phonographischen Wirtschaft (IFPI) sind diese harten Maßnahmen durchaus erfolgreich, ein Drittel der befragten User gibt in den USA und Großbritannien etwa an, aus "Angst vor rechtlichen Konsequenzen" inzwischen mit dem illegalen Tausch von Musik aufzuhören.

In Österreich wurden bisher ausschließlich jene User von der IFPI verfolgt, die eine große Anzahl von urheberrechtlich geschützten Musikfiles im Internet verbreiten, betonte der IFPI-Chef Österreich Franz Medwenitsch. Bisher wurden etwa 200 Verfahren eingeleitet, 120 Fälle wurden mit außergerichtlichen Einigungen abgeschlossen. In jenen Fällen, in denen eine außergerichtliche Einigung scheiterte, wurden zivilrechtliche Verfahren eingeleitet.

Richtungswqechsel?

Nun scheint die IFPI neuerdings auch andere Wege einzuschlagen. Hartmut Spiesecke, Sprecher des Verbands der deutschen Phonoverbände IFPI, betont etwa gegenüber dem Newsdienst heise.de "Wir glauben nicht, dass man die Wirkung der Abschreckung steigern kann, indem man die Zahlen der Anzeigen verdoppelt".

"Schwarzfahren"

Zudem stellte er klar, dass es nicht möglich sei, jeden Fall der illegalen Tauschbörsennutzung zu verhindern und dies auch nicht das Ziel sei. Ihm zu folge sei es vielmehr wichtig, bei nicht rechtmäßigen Downloads "ein Gefühl wie beim Schwarzfahren" zu erzeugen. Es sei nicht möglich, jeden zu kontrollieren, allerdings müsse den Leuten klar sein, dass dies jederzeit möglich sei.(red)

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13 Postings
Noman Peopled
20.09.2005 12:02
Hmm,

stehen dann die Kontrolleure um sechs vor der Tür und verlangen Zugriff auf die Speicher oder was? Viel Spaß, daß in einer Demokratie durchzudrücken, Herr Spiesecke.
(Btw darf die Polizei selbst bei Ruhestörung nur dann ins Haus, wenn man selbst die Tür aufsperrt.)
Ein Gefühl wie beim Schwarzfahren? Achso, gemeint ist "nicht zahlen, sich über Geld freuen".

Daniel Modler  
20.09.2005 08:55

das mit dem schwarzfahren ist eine gute idee ... am besten wäre es, wenn die MI leichter an die kundendaten herankäme, und auch der download strafbar wäre; allerdings das ganze geregelt wäre wie eine verwaltungsstrafe, sagen wir so mit 21€, die allerdings sicher ins haus flattert, wenn man eine gewisse anzahl urheberrechtlich geschützter files saugt. so wie falschparken halt. da würde man niemanden unnötig exemplarisch fertig machen, aber alle würden sich einschränken.

denny_crane
19.09.2005 21:28

"Die Abschreckung wird durch noch mehr Anzeigen nicht größer"

Na geh, echt? Jetzt bin ich aber überrascht. :lol:

trampelpfötchen
30.09.2005 15:35
Dir wird das Lachen schon noch vergehn Hoschie!!!

:lol:

;-}

maxedl  
19.09.2005 19:00
Wie wahr

macht man doch im Gegensatz die Leute durch die Berichterstattung
darüber nur noch mehr Neugieriger auf die P2P-Tauschbörsen.
Hätte es die ganzen Berichte zu Napster und Co. nicht gegeben,
hätte ich wohl erst sehr viel Später mit dem Download von
Anime-Fansub und Titelliedern von "Anne mit den roten Haaren" bis "Wickie und die starken Männer" angefangen.
Zumindest zu einigen Anime-Serien konnte ich inzwischen
auch an die DVDs und Soundtrack CDs heran kommen.
(Bei einigen Serien wie "Nadia, die Macht des Zaubersteins" und "Saber Rider und die Star Sheriffs" habe ich über 10 Jahre auf die DVDs-gewartet, weil es diese nicht mal auf VHS zu kaufen gab.)

chelene chirsch
20.09.2005 10:20

gerade bei anime usw. ist es sowieso eine frage der willkuehr der industrie, wann und wie etwas bis nach mitteleuropa kommt. manchmal kommt mir vor, die wuerfeln ( oder gibts inuyasha, bleach und naruto hierzulande schon im tv ?).

dementsprechend gering ist auch mein interesse, nach 5 jahren gnadenhalber 10 dvds zu je 22 euro zu kaufen.... ( juuni kokuki zum beispiel, da legst fuer die paar folgen ca. 140 euro aus).

Papp Kamerad
22.09.2005 22:57

danke für den tip, werd mir mal ein paar naruto folgen reinziehen.

chelene chirsch
23.09.2005 10:55

bedenke, das naruto auch schon etliche folgen hat ;)

( dann kommt die "sucht" *rofl*)

gut gefallen hat mir auch hellsing, samurai champloo, dearS, ai yori aoshi, chobits ( ueberhaupt alles von clamp)... was schaust denn du so ?

James Cole 
19.09.2005 15:28
gentlemen-delikt?

meiner einschätzung nach wir ja schwarzfahren, genauso wie der musik-download ja als gentleman-delikt angesehen und dementsprechend "cool" behandelt...

Franz Bert Wert
19.09.2005 17:23

"Schwarzfahren" ist im Prinzip nicht mehr als Vertragsnichterfüllung. Entsprechenderweise zahlen Sie auch eine Vertragsstrafe wenn man Sie erwischt.

gugl hupf
19.09.2005 14:23
oh ja ich zittere jeden tag ...

wenn ich mir legal aus dem p2p netz was runterlade ... ja wirklich ich fürchte mich ... so sehr, daß ich die ganze wohnung verdunkle, die tür vernagel und mich nach jeder datei mindestens eine woche nicht raus trau ...

werds erwachsen

Gerald Hollergschwandtner
19.09.2005 13:35
vorbildwirkung für die verkehrsverbünde?

auf jedem zug, jeder u-bahn bus und bim
wird groß "Schwarzfahrer sind Verbrecher!" stehen.

Oje, ich glaub, ich fahr dann lieber mit dem eigenen auto.

anonym VIP  
22.09.2005 19:12

darf ich das jetzt so übersetzen:
oje, ich glaub, ich mach die musik lieber selbst??

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