Von Idee bis Innovation

19. Oktober 2005, 13:58
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Diese Woche war der weltweit anerkannte Innovationsexperte Robert G. Cooper zu Gast bei der Telekom Austria. Gemeinsam mit Helmut Leopold sprach er über die Vorteile des "Stage-Gate-Systems"

Von der Idee zur Innovation ist der Weg genauso hart wie risikoreich. Nichtsdestotrotz sind Innovationen für Unternehmen unabdingbar und für die Konsumenten vonnöten bis zuweilen ganz nützlich. "Am Beispiel der Kommunikation", sagt Robert G. Cooper, weltweit anerkannter Innovationsexperte, "ist klar ersichtlich, dass es sowohl für die Unternehmen als auch für die Konsumenten, ja für ganze Länder wichtig ist, in Innovation zu investieren. Sonst wären wir doch noch immer auf dem Stand der 70er-Jahre."

Und die besten Ideen kämen von den "ganz normalen Mitarbeitern", sagt er. Aber man sollte diese zuweilen mehr dazu anregen, Ideen zu liefern, kreativ zu sein - vielleicht in Form von Preisen oder Incentives, sagt er. Und für Unternehmen gelte zudem: Gute Ideen ohne Konzept seien wie von einer Rebe gelesene Trauben. Irgendwann würden sie - nicht weiterverarbeitet - vertrocknen, so Cooper. Dabei halte er es mit Edison: "Zehn Prozent Inspiration, 90 Prozent Transpiration." Kreativität ohne Disziplin führe nur ins Chaos.

"Stage-Gate-System"

Die meisten Innovationen fielen durch, weil bereits die Vorbereitungsphase schlecht koordiniert sei, so Cooper. Nur einer von sieben Innovationsprozessen sei erfolgreich und nur zwei von drei Launches. Das Stage-Gate-System (siehe Grafik) biete transparente und kontrollierbare Parameter in den unterschiedlichen Phasen einer Produktentwicklung. Dadurch würde sich etwa das Kostenrisiko erheblich minimieren lassen, so Cooper.

Bei Telekom Austria, so Helmut Leopold, Leiter Plattform- und Technologiemanagement, habe man das Stage-Gate-System erstmals im Jahr 2003 im Rahmen von Produkt-Launches, zur Qualitätssicherung oder Kostenreduktion eingesetzt. Der Veränderungsprozess sei riesig und am Dienstleistungssektor besonders schwierig, zudem am Telekom-Sektor noch relativ neu, so Leopold.

"Wir haben 400 Mitarbeiter für Forschung und Entwicklung abgestellt und 100 fürs Produktmanagement", sagt er. Dies sei notwendig, um hoch komplexe neue Ideen und Strukturen einzubinden, dazu bedürfe es auch viel Überzeugungsarbeit. "In den letzten fünf Jahren haben wir mit einem Drittel weniger Mitarbeiter gearbeitet", so Leopold. Gleichzeitig steige der Druck von außen: Es sei notwendig mit der enormen Geschwindigkeit von Veränderungsprozessen mithalten zu können. Damit sei man in der Telekom-Branche wohl generell unerfahren. Telekom Austria setze das Stage-Gate-System als Wachstumsstrategie ein, um mit weniger Ressourcen trotzdem am oberen Ende mitspielen zu können. (Der Standard, Printausgabe 17./18.9.2005)

Von Heidi Aichinger

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