Mit dem 68A nach Monte Laa

7. März 2006, 14:42
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Ende 2005 sind 500 Wohnungen fertig – dann soll auch die Infrastruktur aufleben

Wien – Hundert Wohnungen sind bereits fertig, weitere 400 mit Ende des Jahres, die restlichen 500 Ende 2006 – zirka 3000 Menschen sollen hier schlussendlich leben: am Monte Laa in Wien Favoriten.

Zehn Jahre Planentwicklung sind dem ehrgeizigen Bauprojekt der Firma Porr vorausgegangen. Das Konzept, ein Shopping-Center zu bauen, wurde wieder verworfen. Rausgekommen ist nun eine Mischung aus Büro- und Wohnhäusern.

24-Stunden-Konzept

Gebaut wurde – der Masterplan stammt von Architekt Albert Wimmer – auf einem Areal der Porr, das mit einer 220 Meter langen Überbauung der Südosttangente an der Ecke Laaer Bergstraße/Absberggasse zu einer Ebene mit 180.000 Quadratmeter Nutzfläche verbunden wurde. "Es war relativ schnell klar, dass es hier eine Multifunktionalitäts-Konzept nach dem Motto ,24 Stunden Leben und Bewegen' geben wird", schwärmt Friedrich Gruber von Porr-Solutions vom eigenen Projekt. Das gesamte Investitionsvolumen wird mit 525 Millionen Euro veranschlagt.

Dabei gibt es auch einige Kritikpunkte: Skeptiker spotten etwa, dass man schneller in Schwechat ist als in der Wiener Innenstadt. Auf der Monte-Laa-Homepage sind zwar fünf Minuten Unterschied (Schwechat 20, City 15) – Tatsache ist: die Anbindung an den öffentlichen Verkehr ist suboptimal. 800 Meter oder zwei Stationen mit der Buslinie 68A müssen bis zur nächsten U-Bahnstation (Reumannplatz) zurückgelegt werden. Geh-faule Monte-Laa-Bewohner müssen auf die geplante U1-Verlängerung nach Rothneusiedl hoffen, dann sollen es nur mehr 250 Meter zur nächsten Station sein.

Schlecht schaut es derzeit auch noch mit der Infrastruktur vor Ort aus. Immerhin: vis a vis hat sich eine Filiale einer Supermarktkette angesiedelt, ein Bierlokal ebenso. Ein "Nahversorger-Einkaufzentrum" ist projektiert. Und Gruber ist sicher, dass mehr kommt: "Es wird besser, je mehr Wohnungen es gibt." Und die Nachfrage für die geförderten Mietwohnungen sei gut, betont Gruber.

"Grüne Brücke"

Mieter, die Grün suchen, müssen dann nur in die richtige Richtung schauen – also nicht in jene der Tangente, die weit über 200.000 Fahrzeuge pro Tag befahren. Die US-amerikanische Landschaftsdesignerin Martha Schwartz hat einen 12.000 Quadratmeter großen Park für Monte Laa konzipiert. Er soll eine "grüne Brücke" zum nahe gelegenen Laaer Wald sein. Damit liegt also auch der – seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bestehende – Böhmische Prater quasi einen Steinwurf entfernt.

Nicht nur bei der Infrastruktur gibt sich Gruber optimistisch: Gleiches gilt nämlich auch in der Frage des Baus der beiden 110 Meter hohen Türme von Architekt Hans Hollein. Die mit einer Glasspange, die Raum für ein Veranstaltungszentrum bieten soll, verbundenen Bauten wären wohl das "Wahrzeichen" des neuen Stadtteils. Doch ist der Baubeginn noch gar nicht absehbar, denn gebaut wird erst ab einem gewissen Grad der "Auslastung". Dazu Gruber: "Wir spüren eine Belebung des Büromarktes. Daher sind wir zuversichtlich." 2008/2009 soll Monte Laa fertig gestellt sein – "aus heutiger Sicht mit den Türmen". (Peter Mayr, DER STANDARD – Printausgabe, 17./18. September 2005)

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Monte Laa
  • Bild nicht mehr verfügbar

    Eine Modellansicht des in Wien-Favoriten neu entstehenden Stadtteiles 'Monte Laa'.

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