375 Junglehrer in Kärnten warten auf einen Job

22. März 2006, 16:08
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Die BerufseinsteigerInnen müssen mit Wartezeiten bis zu zehn Jahren rechnen - der Bedarf an Pädagogen in technischen Fächern gestiegen

Klagenfurt - "Bitte warten!", heißt es derzeit für 375 Junglehrer, die in Kärnten an einer allgemein höher bildenden oder einer berufsbildenden Schule unterrichten wollen. Rund die Hälfte davon arbeitet derzeit in einem anderen Beruf, sagte Landesschulratspräsidentin Claudia Egger am Donnerstag. In technischen Fächern sei hingegen der Bedarf an Pädagogen gestiegen.

Zehn Jahre Wartezeit

Mit bis zu zehn Jahren Wartezeit müssten Berufseinsteiger, die auf der offiziellen Warteliste des Landesschulrats vertreten sind, derzeit rechnen, sagte Egger bei einer Pressekonferenz in Klagenfurt. Besonders schlecht sei die Situation vor allem bei den Hauptfächern, wie etwa Fremdsprachen oder Deutsch. In diesem Schuljahr wurden lediglich 40 Pädagogen neu eingestellt, insgesamt sind in Kärnten 2.810 Lehrer an mittleren und höheren Schulen beschäftigt. Egger: "Junge Leute, die ein Lehramtsstudium anstreben, werden sich vor Augen halten müssen, dass die Aussichten recht schlecht sind."

"Mehr Synergieeffekte"

Eine Lösung der Misere scheint nicht in Sicht: "Es mangelt an den finanziellen Mitteln vom Bund", meinte Egger. Einsparungspotenzial gebe es vor allem in der Verwaltung mancher Schulen, "hier könnte man mehr Synergieeffekte erzielen". Angedacht ist auch, arbeitslose Lehrer verstärkt in der Nachmittagsbetreuung einzusetzen.

Die Zahl der Schüler ist jedenfalls gestiegen. Lediglich im Bereich der AHS gab es einen Rückgang, der aber mit 37 gering ausgefallen ist. Dafür gibt es laut Landesschulrat bei den berufsbildenden Schultypen gleich um etwa 300 Schüler mehr als vor einem Jahr. Die größten Zuwächse konnte man im humanberuflichen Bereich vermelden, also bei Schulen mit den Schwerpunkten Alten- bzw. Krankenpflege.

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