Wer Debatte um Position des künftigen Finanzministers zulasse, sei nicht geeignet, drittgrößte Wirtschaftsmacht der Welt zu führen
Hamburg/Bremen - Deutschlands Bundeskanzler Gerhard
Schröder der CDU-Chefin Angela Merkel die Eignung als Kanzlerin
abgesprochen. Wer die aktuelle Debatte um die Position des künftigen
Finanzministers in der CDU zulasse, der sei nicht geeignet, die
drittgrößte Wirtschaftsmacht der Welt zu führen, sagte der
SPD-Politiker am Mittwochabend vor rund 8.000 Zuhörern auf einer
Wahlkampfveranstaltung in Hamburg.
Zugleich kritisierte Schröder die in der CDU diskutierte
Tandemlösung mit den Unions-Finanzexperten Paul Kirchhof und
Friedrich Merz: "Der eine kann es, will es aber nicht. Und der andere
kann es nicht, will es aber. Und die wollen Tandem fahren", sagte
Schröder. Scharfe Kritik übte der Kanzler auch am Vorschlag Kirchhofs
zur Neuorganisation der Rentenversicherung.
Kritik an Merkels Idee eines Energiegipfels
Den Plan von Kanzlerkandidatin Angela für einen Energiegipfel
kritisierte der Bundeskanzler bei einem Wahlkampfauftritt in Bremen
als verspätet. Seit sieben Jahren bringe die Politik der rot-grünen
Koalition ökologische und wirtschaftliche Fragen zusammen, betonte
er. Auch in anderen Frage hätten CDU und CSU die Zeichen der Zeit
verschlafen. "Wer glaubt denn, dass die Verschlafenen von gestern den
Aufbruch von morgen organisieren können", sagte Schröder in der
Hansestadt vor rund 4.000 Zuhörern.
Außenpolitisch stehe die rot-grüne Koalition zu ihren
Bündnispartnern, betonte Schröder. Man habe aber auch klar gemacht,
dass über eine deutsche Beteiligung an Kriegseinsätzen in Berlin
entschieden werde und "in keiner anderen Hauptstadt". Zwar möge die
Union friedenswillig sein, sagte Schröder. Er habe aber Zweifel, ob
sie auch fähig sei, Frieden zu halten, "wenn der Druck zu groß wird",
fügte er hinzu. (APA/AP)