"Die Dividende erlebt eine Renaissance"

30. Oktober 2005, 19:22
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Aktien wurden in den vergangenen Jahren mitunter nur in der Hoffnung auf Kursanstiege gekauft - jetzt wird auch der "alte Wert" wieder interessant

Wien - Im heurigen März hat die 3 Banken Generali Gruppe den ersten Dividendenfonds am heimischen Markt aufgelegt. Seither sind einige Angebote hinzugekommen. "Die Dividende erlebt eine Renaissance", erklärt Alois Wögerbauer, Geschäftsführer der 3 Banken Generali Investment im Gespräch mit dem STANDARD. Vor allem in der derzeitigen Niedrigzinsphase erfreuen sich Dividendenfonds einer hohen Beliebtheit.

Die Renditen am Rentenmarkt sind auf historisch niedrigem Niveau - fünfjährige Staatsanleihen liegen derzeit bei etwa 2,4 Prozent. Steigen die Zinsen, drohen bei diesen Anleihen Kursverluste. Bei Dividendenfonds ergeben sich zwei Ertragsquellen: die Dividendenerträge und Kursgewinne. "Alte Investoren haben immer auf die Dividenden gesetzt, die aufgrund der starken Kursanstiege in den vergangenen Jahren in Vergessenheit geraten sind", so Christian Schön, DWS-Geschäftsführer für Österreich und Osteuropa. Und von vielen Marktteilnehmern werde für den Aktienmarkt eine weiterhin positive Entwicklung erwartet, womit auch mit stabilen und steigenden Dividenden zu rechnen sei.

Nachhaltige Rendite

Eine nachhaltig attraktive Dividendenrendite stehe für stabiles Wachstum und Kontinuität - das seien genau die Eigenschaften, die ein Unternehmen mitbringen müsse, um in den DWS-Top-Dividende-Fonds aufgenommen zu werden. Und noch ein Kriterium sei besonders wichtig: "Nur wenn die Dividenden aus den laufenden Gewinnen entnommen werden können und so die Unternehmenssubstanz nicht gefährdet wird, besteht die Aussicht auf nachhaltige Erträge." Interessant seien Unternehmen, deren Dividendenrendite höher ist als der Marktdurchschnitt.

Eine konservative Anlagestrategie mit hohem Diversifikationspotenzial verfolgt der DWS-Top-Dividende-Fonds. Dieser global angelegte offene Fonds wurde Ende April 2003 aufgelegt und investiert in Dividendentitel ohne Fixierung auf Sektoren- oder Ländergewichtung. Ausgespart werden bei der globalen Anlagestrategie allerdings Schwellenländer, "da die Ausschüttungspolitik bei den gelisteten Unternehmen noch wesentlich geringer ist". Europa sei in Bezug auf die Dividendenrendite derzeit attraktiver als die USA.

"Doppelter Sicherheitspuffer"

Davon profitieren jene Anleger, die den DWS Invest European Dividend Plus im Depot haben. Dieser - ebenfalls offene - Fonds versucht durch den Einsatz von Optionsstrategien, die Performance in Seitwärts- und Abwärtsmärkten zu stabilisieren. Dieser "doppelte Sicherheitspuffer" verspreche eine geringere Volatilität als klassische Aktienfonds. Angespart kann ab 50 €pro Monat werden.

Seit 30. August ist der UniDividendenAss von Union Investment zum öffentlichen Vertrieb in Österreich zugelassen. Auch hier stehen europäische Aktien im Vordergrund. Internationale Werte können bis zu einem Anteil von 30 Prozent beigemischt werden. "Der Vertrieb ist gut angelaufen, der Fonds wird gut angenommen", sagte Union-Asset Management-Unternehmenssprecher Stefan Kantzenbach. Bei der Gewinnmesse am 20. Oktober soll der Dividendenfonds im Mittelpunkt stehen. Der "3 Banken Dividend Stock-Mix" hat seit März 7,3 Prozent zugelegt, 55 Mio. Euro befinden sich im Fonds. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.9.2005)

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