Teure Ehe-Tipps vom Sozialministerium

11. Dezember 2005, 22:45
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"Die Hochzeit ist ein guter Anlass, sich gerade das zu wünschen, was man schon lange begehrt, sich aber selber nicht kauft..."

Wien - Der "eheliche Alltag" von der Regierung gedacht, zwischen zwei Buchdeckel - nämlich die des "Hochzeitsbuches" - gequetscht und an Heiratswillige beim Ja am Standesamt verteilt: Für die SPÖ Frauen ist das vom Sozialministerium verteilte Werk bestes Kabarettprogramm. Aus dem Inhalt:

"Die Hochzeit ist ein guter Anlass, sich gerade das zu wünschen, was man schon lange begehrt, sich aber selber nicht kauft. Das kann der heiß ersehnte Bauernkasten aus dem Antiquitätengeschäft um die Ecke sein, oder einfach Großmutters Tischtuch (. . .) vielleicht eine Sammlung edler Biedermeiergläser." An die Biedermeierzeit fühlen sich die SP-Frauen auch beim Kapitel "Die Schönheit der Braut" oder bei den "der ehepartnerschaftlichen Kommunikation dienlichen" Gesprächstipps erinnert.

Weniger spaßig ist für sie der Umgang mit öffentlichen Geldern. Die Kosten für die ersten 5000 Exemplare belaufen sich laut Sozialministerin Ursula Haubner (BZÖ) auf 22.354 Euro, der Nachdruck von 40.000 Büchern werde auf rund 105.000 Euro kommen. Geld, das für SP-Bundesfrauen-Geschäftsführerin Bettina Stadlbauer bei Frauenberatungsstellen besser aufgehoben wäre. Rechtsinformationen würden im Buch von tradierten Rollenklischees verdrängt. Anders sieht das die Sozialministerin: Sie hält das Buch für zeitgemäß. (kmo, DER STANDARD Printausgabe 15.9.2005)

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