Schönbrunn mit Autoblick

18. November 2005, 15:40
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Verkehrsberuhigung nicht in Sicht trotz neuer Bauprojekte

Wien – Das Schloss Schönbrunn ist nicht nur ein Touristenmagnet mit zwei Millionen Besuchern pro Jahr, sondern noch immer ein wenig attraktiver Verkehrsknotenpunkt. Daran ändert auch die Neugestaltung des Vorplatzes nichts, die bis November abgeschlossen sein wird.

Denn die Differenzen zwischen der Stadt Wien und der Schlossgesellschaft über die Umleitung der Verkehrsströme sind noch immer nicht beigelegt. "Wir haben keine positiven Signale von Schönbrunn, was die Busparkplatzsituation betrifft", klagt Verkehrsstadtrat Rudi Schicker (SP), der die Fahrbahn nach dem Hauptportal Richtung Wienfluss schwenken will. Der Knackpunkt: Vor der Umleitung muss eine Tiefgarage für Busse gebaut werden. Die Schlossgesellschaft will dafür 50 Stellplätze, die Stadt finanziert maximal 34. Schicker rechnet damit, dass die Lösung des Problems "zwei bis drei Jahre" dauern wird.

"Forum Schönbrunn"

Etwas weiter ist man auf den angrenzenden Fiat-Gründen zwischen Schönbrunnerstraße und Grünbergstraße, ursprünglich Teil des Schönbrunn-Gesamtkonzepts: Dort soll bis 2009 das Bauvorhaben "Forum Schönbrunn" realisiert werden. Nachdem ein Hochhausprojekt im letzten Wahlkampf gekippt wurde, entstehen auf dem rund 40 Hektar großen Areal nach den Planungen von Architekt Peter Podsedensek ein Hotel, ein Business Center und drei Wohnhäuser.

Parkhaus in Hütteldorf

Ein weiteres wichtiges Projekt zur Verkehrsberuhigung wird ab 2006/2007 am Bahnhof Wien-Hütteldorf errichtet. Eine Park-and-Ride-Anlage für 1275 Fahrzeuge soll Pendler schon am Rande der Stadt abfangen und Parkmöglichkeiten für Besucher des nahe liegenden Hanappi-Stadions bieten. Eine eigene Autobrücke vom Hackingersteg und ein verglaster Verbindungssteg von den Bahnsteigen macht die sechsstöckige Hochgarage leicht zugänglich. Noch ungeklärt ist, wie viel die ÖBB, der das Grundstück gehört zur Finanzierung beitragen wird. Einer Verlängerung der U4 Richtung Auhof erteilte Schicker neuerlich eine Absage. (kri, DER STANDARD Printausgabe 15.9.2005)

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