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4. Oktober 2005, 11:27
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Linkspartei: Mehr als 90 Prozent der Mitglieder wohnen in Ostdeutschland

Hamburg - Die in "Die Linkspartei" umbenannte PDS hofft bei der deutschen Bundestagswahl auf ein zweistelliges Ergebnis und den dritten Platz nach Union und SPD. Die bisher mageren Ergebnisse im Westen sollen durch eine Kooperation mit der linken Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) verbessert werden.

Zugpferd

Dazu überlässt die Linkspartei der WASG Plätze auf ihren offenen Listen. Prominentestes Zugpferd im Westen ist der frühere SPD-Vorsitzende Oskar Lafontaine (WASG). Galionsfigur des Ostens ist der ehemalige PDS-Chef Gregor Gysi. Er hofft, dass die ostdeutsche Regionalpartei in dieser Formation zu einer starken gesamtdeutschen Linken aufsteigt. Wichtigste Forderung der Linkspartei ist die Rücknahme der Kürzungen im Sozialbereich ("Hartz IV").

Bei der Wahl 2002 war die damalige PDS mit bundesweit 4 Prozent der Stimmen gescheitert: 16,9 Prozent im Osten, aber nur 1,1 Prozent im Westen, reichten nicht zum Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde. Die Partei wurde bundesweit kaum noch wahrgenommen, geriet in eine Krise und musste sogar im Osten Verluste hinnehmen.

Nach der Europawahl im Juni 2004 (6,1 Prozent) ging es wieder aufwärts. Bei den Landtagswahlen in Thüringen und Sachsen behauptete sich die PDS auf dem zweiten Platz vor der SPD, in Brandenburg überholte sie mit 28 Prozent die CDU. In Schleswig-Holstein (0,8) und Nordrhein-Westfalen (0,9) blieb die PDS 2005 eine Splitterpartei. Die WASG kam an Rhein und Ruhr auf 2,2 Prozent.

Bisky

Vorsitzender der Linkspartei ist Lothar Bisky. Mehr als 90 Prozent ihrer mehr als 60.000 Mitglieder wohnen in Ostdeutschland. Die links von der SPD angesiedelte und Anfang 2005 als Partei gegründete WASG ist mit etwa 11.000 Mitgliedern deutlich kleiner. Eine Fusion beider Parteien ist anvisiert, ein Termin aber noch nicht in Sicht.

Derzeit ist die Linkspartei nur in den Landtagen aller östlichen Länder und im Europaparlament vertreten. Im Bundestag sitzen zwei Abgeordnete mit Direktmandat. An SPD-geführten Landesregierungen ist die Partei seit 1998 in Mecklenburg-Vorpommern und seit 2002 in Berlin beteiligt. (APA/dpa)

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