Erdgasautos auf dem Vormarsch

2. November 2005, 13:41
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Hohe Spritpreise ver­stärken das Interesse an alternativen Kraft­stoffen - Mit erdgas­betriebenen Fahrzeugen lassen sich gegenüber Autos mit Superbenzin 50 Prozent sparen

Frankfurt - Die Höchststände bei den Spritpreisen rücken alternative Kraftstoffe auch auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt stärker in den Mittelpunkt des Interesses. In den vergangenen Tagen hat die Hybrid-Antriebstechnologie die in Deutschland freilich noch in den Kinderschuhen steckt, die Schlagzeilen beherrscht. Dabei ist eine marktreife und bereits erhältliche Alternative etwas in den Hintergrund getreten: Erdgasautos. Damit lassen sich an der Zapfsäule gegenüber Autos mit Superbenzin rund 50 Prozent sparen und gegenüber Dieselfahrzeugen 35 Prozent.

31.000 Fahrzeuge in Deutschland

Inzwischen sind auf Deutschlands Straßen rund 31.000 Erdgasautos unterwegs, wie der Trägerkreis Erdgasfahrzeuge, eine Gemeinschaftsaktion der Gas-, Öl- und Autoindustrie, am Mittwoch auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt am Main mitteilte. Jährlich steige diese Zahl um rund 40 Prozent. Parallel dazu nehme auch die Zahl der Erdgas-Tankstellen zu. "660 sind es inzwischen, so viel wie in keinem anderen Land," betonte Bernhard Jeken von der Erdgas Mobil GmbH. Bis Jahresende soll die Zahl auf 700 steigen, 2007/2008 soll die 1.000er-Grenze überschritten werden.

Simone Probst vom deutschen Umweltministerium, das den Trägerkreis unterstützt, hob auf der IAA die Umweltfreundlichkeit des Erdgasantriebs hervor. Ein Erdgasauto stoße neun Prozent weniger Kohlendioxid aus als ein vergleichbares Dieselfahrzeug und sogar 25 Prozent weniger als ein Benziner. "Die Erdgastechnik zeigt die Innovationskraft der Automobilindustrie und hilft bei der Sicherung von Arbeitsplätze." Probst appellierte, die bis zum Jahr 2020 festgelegte steuerliche Förderung des Kraftstoffs Erdgas beizubehalten und nicht zum "Spielball für geheime Streichlisten" zu machen.

Markführer ist Opel

Klarer Marktführer bei den Erdgasautos in Deutschland ist Opel. Rund 60 Prozent in diesem Segment gehen auf das Konto der Rüsselsheimer. Verkaufsrenner ist dabei der Kompaktvan Zafira. "Jedes dritte Erdgasauto hierzulande ist ein Zafira", erklärte Opel-Chef Hans Demant bei der Vorstellung des neuesten Erdgas-Modells dieser Baureihe. Der neue Erdgas-Zafira CNG soll im nächsten Frühjahr auf den Markt kommen. Entschieden trat Demant dem "Irrglauben" entgegen, Erdgasautos seien unsicherer als konventionelle Autos. Die Sicherheit der Gasbehälter und -leitungen sei immer wieder in Tests bewiesen worden.

Langsame Entwicklung in Österreich

Während in Deutschland der Neukauf von erdgasbetriebenen Fahrzeugen sowie die Umrüstung von Fahrzeugen auf Erdgasbetrieb gefördert wird, ist dies in Österreich nicht der Fall.

Hierzulande sind derzeit gerade einmal rund 500 Erdgasautos unterwegs. 27 öffentliche und 40 Betriebstankstellen für Erdgas stehen bis dato zur Verfügung, die OMV betreibt 16 davon. In Wien wurde im vergangenen Mai die fünfte OMV-Erdgastankstelle eröffnet, in Kooperation mit Wien Energie sollen bis 2007 zehn weitere folgen.

Laut EU-Weißbuch zur Verkehrspolitik sollen bis zum Jahr 2020 zehn Prozent des Kraftstoffbedarfs in der Union mit Erdgas gedeckt werden. (APA/red)

Infos zum Thema in Österreich:

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Erdgasautos
  • Marktführer bei den Erdgasautos in Deutschland ist Opel - Verkaufsrenner ist dabei der Kompaktvan Zafira.
    foto: opel

    Marktführer bei den Erdgasautos in Deutschland ist Opel - Verkaufsrenner ist dabei der Kompaktvan Zafira.

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