Naturkatastrophen: 2005 "Rekordjahr" für Versicherungen

12. Juli 2006, 14:30
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Dramatischer Anstieg bei Schadenssummen

Wien - Überschwemmungen, Sturmfluten, Hurrikans, Dürreperioden - 2005 wird jenes Jahr in der Geschichte, das der internationalen Versicherungswirtschaft am teuersten kommt. "Der globale Klimawandel ist Realität. Er bedeutet mehr Naturkatastrophen und mehr Schäden. Für uns ist er eine bedeutende ökonomische Größe geworden", sagte am Dienstag Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung.

Im Jahr 2002 habe die weltweite Schadenssumme 55 Mrd. Euro betragen. 2005 verursachte allein der Hurrikan "Katrina" rund 150 Mrd. Dollar (121,8 Mrd. Euro) Schaden - für 2050 werden 2.000 Mrd. Dollar (1.624 Mrd. Euro) vorhergesagt. 2004 war das viertwärmste Jahr seit dem Beginn der Temperaturaufzeichnungen im Jahr 1861, neun der vergangenen zehn Jahre befinden sich unter den "Top 10" seit 1861.

Die Österreichische Hagelversicherung hat die Zeichen der Zeit erkannt, schmiedete Allianzen mit Klimaforschern und startete Umweltkampagnen. Laut Weinberger gehe es darum, die Bevölkerung aufzurütteln, zu informieren und bewusstseinsbildende Maßnahmen zu setzen.

Im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien betonte etwa der deutsche Klimaforscher Wolfgang Seiler, dass man auf Grund der vergangenen Jahre "die Lehrbücher der Meteorologie umschreiben muss". Nicht der Temperaturanstieg, sondern die Veränderung der Niederschläge in Intensität und Frequenz sei entscheidend. Versicherer und Rückversicherer würden "immer nervöser und so zu Verbündeten des Klimaschutzes", freute sich der Wissenschafter.

Seiler warnte zudem vor einer "modernen Völkerwanderung" durch Millionen von Umweltflüchtlingen: "Die sozialen Auswirkungen des Klimawandels wurden bisher zu wenig diskutiert." Die nächste große Herausforderung sei die Bevölkerungsexplosion in den Mega-Citys der Dritten Welt. Hier drohe, so Seiler, eine weitere Umweltkatastrophe. (APA)

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