Pühringer gibt Interventionen von Klasnic zu

28. September 2005, 13:02
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Van Staa weist Vorwurf zurück und sieht sich falsch zitiert - Redakteur widerspricht

Graz/Linz - Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer bestätigt, dass seine steirische Amtskollegin Waltraud Klasnic für den früheren Landesrat Gerhard Hirschmann bei ihm interveniert hat. Sein Tiroler Amtskollege Herwig van Staa hat den Vorwurf der Intervention zurückgewiesen.

Pühringer: Keine Auftragsanbahnung

Pühringer erklärte am Dienstag, dass Klasnic ihn gefragt habe, ob er mit Hirschmann ein Gespräch führen könnte. Bei einem kurzen Treffen mit Hirschmann habe ihm dieser dann seine neue Tätigkeit beschrieben. "Es ist aber zu keiner Auftragsanbahnung gekommen", erklärte der oberösterreichische Landeshauptmann.

In den "Oberösterreichischen Nachrichten" sagt Pühringer, dass ihn Hirschmann selbst um einen Termin gebeten habe, und er betont: "Das ist nichts Unmoralisches."

Van Staa weist Vorwurf der Intervention zurück

Der Tiroler Landeshauptmann Herwig van Staa hat am Dienstag den Vorwurf der Intervention beim Landesenergieversorger Tiwag für Hirschmann zurückgewiesen. "Ich habe ihm gesagt, er solle sich bewerben, wie jeder andere auch". In der Tageszeitung "Die Presse" sei er nicht richtig zitiert worden, sagte Van Staa.

"Hirschmann hat Kontakt aufgenommen"

Es entspreche nicht den Tatsachen, dass er, Van Staa, erklärt hätte, dass ihn seine steirische Amtskollegin angerufen habe, betonte der Landeshauptmann nach der Sitzung der Landesregierung. Vielmehr habe Hirschmann mit ihm Kontakt aufgenommen.

"Klasnic hat nie selbst interveniert"

Damals - "lange vor einer Kandidaturbekanntgabe" - habe er Klasnic gefragt, ob sie Hirschmann für so eine Tätigkeit geeignet halte, erläuterte der Landeshauptmann. Sie habe gemeint, dass er fachlich bestens in Ordnung sei. Klasnic habe nie bei ihm selbst interveniert. "Ich hätte auch nichts daran gefunden, wenn sie mich ersucht hätte", meinte er. Dies sei "nichts Unanständiges".

Er sei überdies nie bei Tiwag-Vorsitzendem Bruno Wallnöfer in dieser Angelegenheit vorstellig geworden, versicherte Van Staa. Er wisse nicht einmal, ob es zu einem Abschluss oder einem Teilauftrag gekommen sei. In das operative Geschäft habe er sich nie eingemischt.

"Erfundenes Zitat"

Um ein "frei erfundenes Zitat" handle es sich bei der angeblich von ihm gegenüber "Die Presse" gemachten Aussage, wer gegen Klasnic antrete, bekomme von ihm "keinen Cent", stellte der Landeshauptmann klar.

Drei Zeugen

Der Leiter des Grazer Redaktionsbüros von "Die Presse", Ernst Sittinger, betonte, er habe drei Zeugen für das Gespräch mit Van Staa. Zu der Behauptung des Tiroler Landeshauptmanns, falsch zitiert worden zu sein, meinte Sittinger: "Ich halte diese Strategie nicht für klug". (APA/red)

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