Van Staa weist Vorwurf zurück und sieht sich falsch zitiert - Redakteur widerspricht
Graz/Linz - Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer bestätigt, dass seine steirische Amtskollegin Waltraud Klasnic
für den früheren Landesrat Gerhard Hirschmann bei ihm interveniert
hat. Sein Tiroler Amtskollege Herwig van Staa hat den Vorwurf der Intervention zurückgewiesen.
Pühringer: Keine Auftragsanbahnung
Pühringer erklärte am Dienstag, dass
Klasnic ihn gefragt habe, ob er mit Hirschmann ein Gespräch führen
könnte. Bei einem kurzen Treffen mit Hirschmann habe ihm dieser dann
seine neue Tätigkeit beschrieben. "Es ist aber zu keiner
Auftragsanbahnung gekommen", erklärte der oberösterreichische
Landeshauptmann.
In den "Oberösterreichischen Nachrichten" sagt Pühringer, dass ihn
Hirschmann selbst um einen Termin gebeten habe, und er betont: "Das
ist nichts Unmoralisches."
Van Staa weist Vorwurf der Intervention zurück
Der Tiroler
Landeshauptmann Herwig van Staa hat am Dienstag den Vorwurf der Intervention beim
Landesenergieversorger Tiwag für Hirschmann zurückgewiesen. "Ich
habe ihm gesagt, er solle sich bewerben, wie jeder andere auch". In
der Tageszeitung "Die Presse" sei er nicht richtig zitiert worden,
sagte Van Staa.
"Hirschmann hat Kontakt aufgenommen"
Es entspreche nicht den Tatsachen, dass er, Van Staa, erklärt
hätte, dass ihn seine steirische Amtskollegin angerufen habe, betonte der Landeshauptmann nach der Sitzung der
Landesregierung. Vielmehr habe Hirschmann mit ihm Kontakt aufgenommen.
"Klasnic hat nie selbst interveniert"
Damals - "lange vor einer Kandidaturbekanntgabe" - habe er Klasnic
gefragt, ob sie Hirschmann für so eine Tätigkeit geeignet halte,
erläuterte der Landeshauptmann. Sie habe gemeint, dass er fachlich
bestens in Ordnung sei. Klasnic habe nie bei ihm selbst interveniert.
"Ich hätte auch nichts daran gefunden, wenn sie mich ersucht hätte",
meinte er. Dies sei "nichts Unanständiges".
Er sei überdies nie bei Tiwag-Vorsitzendem Bruno Wallnöfer in
dieser Angelegenheit vorstellig geworden, versicherte Van Staa. Er
wisse nicht einmal, ob es zu einem Abschluss oder einem Teilauftrag
gekommen sei. In das operative Geschäft habe er sich nie eingemischt.
"Erfundenes Zitat"
Um ein "frei erfundenes Zitat" handle es sich bei der angeblich
von ihm gegenüber "Die Presse" gemachten Aussage, wer gegen Klasnic antrete, bekomme von ihm
"keinen Cent", stellte der Landeshauptmann klar.
Drei Zeugen
Der Leiter des Grazer Redaktionsbüros von "Die
Presse", Ernst Sittinger, betonte, er habe drei
Zeugen für das Gespräch mit Van Staa. Zu der Behauptung des Tiroler
Landeshauptmanns, falsch zitiert worden zu sein, meinte Sittinger:
"Ich halte diese Strategie nicht für klug". (APA/red)