Bis zu 15 Personen gefragt, ob sie "etwas organisieren" könnten - "Damals von Kandidatur keine Rede" - Hirschmann widerspricht
Wien/Graz - Die steirische Landeshauptfrau Waltraud Klasnic
(V) hat gegenüber der "Presse" (Dienstag-Ausgabe) bestätigt, dass sie
für den Ex-ÖVP-Landesrat und jetzigen Listenführer Gerhard Hirschmann
bei Politikern und großen Unternehmen interveniert hat. Sie betonte
aber, dass sich das alles in den ersten Monaten des Jahres 2004
abgespielt habe und nicht mit der Landtagswahl in Zusammenhang stehe.
"Damals war von einer Kandidatur keine Rede. Ich habe mir nichts
vorzuwerfen", so Klasnic.
"Zwölf oder 15 Leute gefragt
Insgesamt hat Klasnic, wie sie selbst sagt, "zwölf oder 15 Leute
gefragt, ob sie Aufträge für ihn (Hirschmann, Anm.) haben". Mit dabei
waren etwa der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer
(V) und VP-Politiker aus Bundesregierung und Parlamentsklub. Auch das
schon bekannte Gespräch mit Magna-Chef Frank Stronach sei "in diesem
Licht zu sehen". Die Gesprächspartner hätten stets zugesagt, "dass
sie mit Hirschmann reden werden", so Klasnic.
"Wort gehalten"
Klasnic präzisierte am Dienstag zum Thema Hirschmann-Intervention,
sie habe unmittelbar nach dessen Ablöse durch den EStAG-Aufsichtsrat
zugesagt, sie werde sich für ihn einsetzen und sich um neue Aufgaben
und Aufträge umhören. "Ich habe Wort gehalten", so Klasnic auf
APA-Anfrage. Mit den 291.510 Euro, die er über den von der EStAG
gezahlten Vergleich hinaus von privater Seite erhalten habe, habe sie
nichts zu tun gehabt, auch nicht mit Auftragszusagen, die im Mai 2005
eine Kandidatur verhindern hätten sollen.
"Keine Postenvermittlung"
Klasnic verwies auf ihre Aussagen im Pressefoyer nach der Sitzung
der Landesregierung am 23. Februar 2004, als sie auf
Journalistenfragen, was nun mit dem suspendierten Hirschmann
geschehe, sagte: "Hirschmann ist für sich selbst verantwortlich, und
die steirische ÖVP hat keine Postenvermittlung. Aber Waltraud Klasnic
kann sich wo einsetzen." Die steirische Landeshauptfrau damals
weiter: Der Ex-Landesrat sei ein erfolgreicher Politiker bis zu einem
gewissen Zeitpunkt gewesen. Hirschmann habe Reputation und eine große
Chance für die Zukunft.
Hirschmann widerspricht Klasnic: Firma erst im November 2004 gegründet
Listenführer Gerhard Hirschmann zeigte sich
Montagabend erfreut darüber, dass die steirische Landeshauptfrau Interventionen zu seinen Gunsten bestätigt hat. Er
verwies allerdings darauf, dass seine Firma erst im November 2004
gegründet worden sei. Klasnic hatte erklärt, ihre Interventionen
hätten nichts mit der Landtagswahl zu tun gehabt und seien bereits in
den ersten Monaten 2004 erfolgt.
Für Hirschmann bestätigen "die Worte der Frau Landeshauptmann,
dass es einigen Mächtigen in der Steiermark von Anfang an sehr
wichtig war, Gerhard Hirschmann nicht nur von der Politik, sondern
auch von seiner Heimat Steiermark fern zu halten"; damit würden sich
"erfreulicherweise langsam aber sicher" die Nebel lichten. Und nach
dem Hinweis auf die zeitliche Differenz zwischen Klasnics Angaben zum
Zeitpunkt ihrer Interventionen und der Gründung seiner Firma stellt
er in der Aussendung fest: "Die Aussagen der Frau Landeshauptmann
bedürfen keiner weiteren Interpretation mehr." (APA)