Was treibt Erwachsene zu "Babysprache"?

9. Dezember 2005, 16:56
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"Musstu sitzi bleibi" und ähnlich unpädagogische Formulierungen - welcher Impuls steckt dahinter?

Unser Gewinner der Woche (er möchte übrigens anonym bleiben) schreibt Folgendes:

"Neulich kommt mir auf der Straße eine Mutter mit Kinderwagen entgegen, und ich höre seltsame Laute von ihr, als sie mit dem Kind spricht. 'Musstu sitzi bleibi' ist mir in Erinnerung geblieben, danach folgten noch mehr Gaga-Sätze, die ich nicht mehr verstanden habe. Jedenfalls dachte ich mir: Seltsam, was bezweckt sie eigentlich damit? Entweder kann das Kind sie schon verstehen, dann kann sie auch normal mit ihm sprechen. Oder es versteht sie noch nicht, dann hilft ihr aber auch eine solche Pseudosprache nicht weiter. - Viele Eltern machen das, soweit ich das im Alltag so mitbekomme. Aber ist das nicht paradox?"

Keine uninteressante Frage, finden wir. Dass es in pädagogischer Hinsicht nicht empfohlen wird, mit seinen Kindern - seien sie auch noch so klein - in "niedlich" entstellter Sprache zu sprechen, ist bekannt. Die Frage bleibt aber: Woher kommt überhaupt der Antrieb zu derart sinnlosem Tun? (red)

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    foto: photodisc
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