Clijsters macht wenig Federlesens

9. Dezember 2005, 10:34
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Die Belgierin ließ Mary Pierce im Endspiel keine Chance und gewinnt im fünften Anlauf ihren ersten Grand-Slam-Titel

New York - Kim Clijsters hat die US-Open gewonnen und damit im fünften Anlauf den ersten Grand-Slam-Titel. Die Belgierin bezwang im Finale die Französin Mary Pierce überraschend glatt mit 6:3, 6:1. Pierce hatte damit auch im zweiten Grand-Slam-Endspiel des Jahres keine Chance. Bei den French Open war die 30-Jährige mit Justine Henin-Hardenne ebenfalls einer Belgierin unterlegen.

Als Siegerin der im Vorfeld des Hartplatzturniers in Flushing Meadows ausgespielten Turnierserie kassierte Clijsters die doppelte Siegprämie in Höhe von 2,2 Millionen Dollar (fast 1,8 Millionen Euro). Mehr Preisgeld hat es im Frauensport noch nie gegeben.

Endlich der erste Titel

Doch das war bloß Nebensache, an diesem Abend in New York. Eine überglückliche Clijsters legte mit ihrem Triumph nach bloß 65 Minuten Spielzeit eine lange Leidenszeit endgültig ad acta. Eine Handgelenksverletzung mit anschließender Operation hatte die Belgierin seit Juni 2004 bis Ende Februar dieses Jahres mehr oder weniger außer Gefecht gesetzt. Sogar die Fortsetzung ihrer Karriere stand auf dem Spiel. Dazu kam im Oktober die Trennung von ihrem Freund Lleyton Hewitt im Oktober. Noch im März wurde die 22-Jährige in der Weltrangliste auf Rang 134 geführt, nun steht sie nach 56 Saison-Siegen bei nur sechs Niederlagen wieder auf Platz drei.

Im Match gegen Pierce zeigte Clijsters mit einem Break bereits im ersten Game, wohin die Reise gehen sollte. Weitere vier Mal nahm sie der Französin, der ihre Nerven wieder einmal einen Strich durch die Rechnung machten, danach noch das Service ab. Mit gewohnt druckvollem Spiel dominierte Clijsters das Geschehen, 19 Eigenfehler der Belgierin standen am Ende 28 von Pierce gegenüber.

Noch zwei Jahre alles geben

"Für alles gibt es einen richtigen Ort und eine richtige Zeit", meinte die Siegerin. Alle vier bisherigen Grand-Slam-Finali hatte Clijsters verloren. Weniger philosophisch hatte sie unmittelbar nach Spielende reagiert, als sie in halsbrecherischer Weise die Zuschauerbox mit ihren Angehörigen erkletterte. Minutenlang wurden Mutter und Schwest umhalst. Pierce erwies sich als faire Verliererin: "Es war heute nicht mein Tag", sagte sie. Und meinte über ihre Gegnerin: "Sie hat es verdient, sie ist so ein unglaublich nettes Mädchen".

Spielt Clijsters so weiter, ist ihre Rückkehr auf die Position der Nummer eins - die sie schon im Sommer 2003 innehatte - wohl nur eine Frage der Zeit. "Ich gebe immer 100 Prozent, jede Woche", sagte sie. Doch Clijsters, die seit ihrem 15. Lebensjahr Profi ist, denkt auch in längeren Zeiträumen - und kaum jemand sind die körperlichen Belastungen im Tenniszirkus bewusster als ihr: "Ich bin erst 22 Jahre alt, mein Körper aber nicht." Sie hat ihren Rücktritt für Saisonende 2007 daher bereits angekündigt. (rob/APA)

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    Es ist vollbracht. Nach einem schwierigen Jahr mit vielen Verletzungsproblemen schafft Kim Clijsters ihren bisher größten Sieg.

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