"Karriere entschleunigen, bewusster entscheiden"

18. Juli 2006, 13:45
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Einbindung von Fachkarrieren in Unternehmen - eine Mischung aus Symbolhandlungen und strategisch relevanten Parametern

Die Tendenz der Unternehmensentwicklungen gebe die Richtung hin zur Fachkarriere vor, so Martina Scheinecker, Partner der Trigon Entwicklungsberatung. Sie sehe vor allem drei große Trends:

  • Um dem internationalen Wettbewerb standzuhalten sei es wichtig, Wissensträger ans Unternehmen zu binden.


  • Über zwei Jahrzehnten Rationalisierung haben die unternehmerische "Landschaft verändert". Es seien nicht viele Führungspositionen zu vergeben, Alternativen müssten angeboten werden.


  • Menschen planen ihre Karriere bewusster, überlegen genauer, welches Feld zu ihnen passe, so Scheinecker weiter. "Die Zeiten von ,Einmal Führungskraft, immer Führungskraft' sind vorbei."

    Die kürzlich durchgeführte empirische Untersuchung von Trigon bestätigt die Vermutung: In rund einem Drittel der befragten Industrie- und Dienstleistungsunternehmen gebe es neben der Führungskarriere auch die Fachkarriere als Alternative, zudem bewerten 79 Prozent der Führungskräfte und 61 Prozent der HR-Manager die "Fachkarriere" als wichtig (siehe Grafik).


Potemkin'sche Dörfer

Karrieremodelle seien heute durchlässiger als früher. Es hänge von der Lebensphase ab, ob man Führungskraft sein bzw. bleiben wolle oder eine Fachkarriere vorziehe - auch umgekehrt. Aufstiegsmöglichkeiten seien in beiden Fällen wichtig. Allerdings sei klar, dass die Top-Position in einem Unternehmen die Führungskraft ist. Eine Fachkarriere erreiche mit der Rolle des Vorstandberaters ihren Zenit. Um auch dafür möglichst viel Offenheit und Durchlässigkeit gedeihen zu lassen, raten die Trigon-Berater zu teilweise gemeinsamen Trainings, auch um die gegenseitige Wertschätzung zu steigern, so Biehal. " Es sollte ein gute Mischung aus Symbolhandlungen, wie etwa der Zuweisung von Parkmöglichkeiten, mit strategisch relevanten Parametern sein."

Vor Etikettenschwindel warnen die Berater: "Mitarbeiter bemerken Potemkin'sche Dörfer sofort." Eine positive Entwicklung aber bringe Nutzen für Unternehmen und Mitarbeiter:
  • Mehr Entwicklungsmöglichkeiten, das Entschleunigen der Karriere durch bewusstere Entscheidungen.
  • Erhöhung der Flexibilität des Personaleinsatzes.
  • Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit durch mehr Alternativen und Transparenz.
  • Imagegewinn des Unternehmens
. Seitens der Unternehmen wünsche man sich mehr Austausch, und diesen wolle Trigon mit einer Plattform bieten. (Der Standard, Printausgabe 10/11.9.2005)

Martina Scheinecker und Franz Biehal, Trigon-Entwicklungsberatung-Partner, exklusiv für den KarrierenStandard.

Von Heidi Aichinger

Auftakt ist der Workshop
"Karrieremodelle" am 19. 9. in Wien.

Info und Anmeldung:
Trigon
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    grafik: der standard
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