Rebellen verweigern weiterhin Gespräche

6. Dezember 2005, 07:57
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Chef-Unterhändler Jalandoni: Manila muss vorher weitere Forderungen erfüllen

Manila - Die maoistischen Rebellen auf den Philippinen sind nun doch noch nicht zur Aufnahme von Friedensverhandlungen mit der Regierung von Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo bereit. Ehe es zu Gesprächen komme, müssten zunächst weitere ihrer Forderungen erfüllt werden, erklärte der Chef-Unterhändler der Rebellen, Luis Jalandoni, am Donnerstag. Ein Regierungsberater hatte einen Tag zuvor erklärt, dass die abgebrochenen Verhandlungen mit den Rebellen im nächsten Monat in Norwegen wieder aufgenommen werden würden.

Streichung von US-Terrorliste

Der sich im niederländischen Exil befindliche Rebellen-Führer Jalandoni sagte dagegen, dass der Beginn formeller Gespräche und ein möglicher Waffenstillstand von weiteren Zugeständnissen der Regierung abhängig seien. Unter anderem fordern die Kommunisten, von der Liste gestrichen zu werden, auf denen die USA die Gruppe als terroristische Organisation kennzeichnet.

"Die informellen Konsultationen in Oslo resultierten nicht in einer Einigung, formelle Gespräche aufzunehmen oder einen Waffenstillstand in Kraft zu setzen", heißt es in einer an verschiedene Nachrichtenagenturen in Manila gefaxten Erklärung Jalandonis.

Gespräche in Norwegen "ohne Berechtigung"

Jalandoni, ein früherer römisch-katholischer Priester, sagte, dass die Regierungsbeamten, die zu informellen Gesprächen in Norwegen zusammen gekommen waren, nicht die Autorität besäßen hätten, um eine Einigung mit der Nationalen Demokratischen Front (NDF), dem politischen Arm der Rebellen, zu erzielen.

Regierungsberater Rene Sarmiento wollte die Erklärung Jalandonis nicht kommentieren, bevor sein Büro nicht auch formell von Jalandoni informiert worden sei.

Erst am vergangenen Samstag hatten sich die philippinische Regierung und die kommunistischen Rebellen der NDF zur Wiederaufnahme formeller Friedensverhandlungen bereit erklärt. Die kommunistische Rebellion auf den Philippinen gehört zu den ältesten in ganz Südostasien. Seit Beginn der Kämpfe starben mehr als 40.000 Menschen. Unter Führung von Jaladoni umfasst die Nationale Demokratische Front verschiedene kommunistische Gruppen. Ihr bewaffneter Arm ist die Neue Volksarmee (NPA). (APA/Reuters)

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