"Mit dem Lkw ging's nach Santa Fu"
Zunächst habe er mit Zigaretten gehandelt, erzählte Zimmermann. "Das Geschäft lief monatelang störungsfrei. Dann schnappte mich die Polizei, als ich gerade 240 Mark kassierte ... Mit dem Lkw ging's nach Santa Fu, dem gefürchteten Hamburger Zuchthaus Fuhlsbüttel..." Er sei schnell wieder freigekommen und habe danach als Brotausfahrer gearbeitet. Seinen damaligen Zuverdienst bezeichnete Zimmermann als die "Brotmarken-Kiste": "Ich klaute Brotmarken, verkaufte sie Gewinn bringend weiter."
"Herbert Peters" aus Danzig
Dann wollte Zimmermann Pilot in Schweden werden, allerdings scheiterten drei illegale Ausreiseversuche auf Schiffen. "In einer 20-Mann-Zelle wartete ich auf meinen Prozess wegen illegalen Grenzübertritts", zitiert die Zeitung Zimmermann. Danach sei er in ein Jugendheim gekommen, nach seiner Entlassung sei er wegen Geldmangels wieder zurück in seine illegalen Schwarzmarktgeschäfte gefallen. Schließlich habe es ihn erneut nach Schweden gezogen - diesmal habe er es als Vermessungsingenieur versuchen wollen. "Mir fehlten nur die Voraussetzungen wie Abitur und Studium." Also habe er das fehlende Diplom und einen Ausweis gefälscht. Als "Herbert Peters" aus Danzig sei er dann als Straßenbauingenieur nach Schweden gegangen. "Das Bauamt war mit mir zufrieden!" Nebenbei habe er für eine schwedische Zeitung geschrieben, die ihn 1949 für eine Reportage nach Ostdeutschland geschickt habe. "Ich geriet in die Fänge des sowjetischen Geheimdienstes. Die Anklage: Spionage zu Gunsten einer kapitalistischen Zeitung in Stockholm. Das Urteil: 25 Jahre Straflager Bautzen." Viereinhalb Jahre saß Zimmermann anschließend in DDR-Haft, bevor er 1954 aus Anlass der Viermächtekonferenz vorzeitig frei kam. "Dieser Tag wurde mein zweiter Geburtstag."
Seine kriminelle Zeit bereue er nicht, zitiert die Zeitung den 76-Jährigen. "Nein, sie hat mich hart gemacht. Ich bin sozusagen der Beweis dafür, dass man von der schiefen Bahn wieder runterkommt, wenn man es will." (APA/AP)
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