Lümmel-Office

14. Oktober 2005, 14:45
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Das Büromöbel Compod probiert's mal mit Gemütlichkeit

Es hat sich eine Menge getan in Sachen Büro-Konzepte. Der Trend schmeckte, nachdem in den letzten Jahren alles einmal mobil gemacht werden sollte, nach Zusammenrücken. Große Arbeitsflächen von mehreren Kollegen genutzt, flexible Trennwände, Caddies für die sieben Bürosachen usw. Auch der längst omnipräsente Wellness-Trip macht vor der Bürowelt nicht kehrt - Stichwort "Recreation-Zone".

Ein Möbel, das sich auf äußerst gelungene Weise dieser Tendenz annimmt, ist das in Produktion gegangene Objekt "Compod" des jungen Designers Philipp Haselwander. Das Stück ist Sessel, Liege, Lounge-Chair und Büro-Mobilie, weiters wurde der Designer von "Compod" für seinen Entwurf vom Lifestyle-Besserwisser Wallpaper als Nr. 1 seiner Liste der "10 most wanted designers" genannt. Das freut freilich nicht nur den Gestalter, sondern auch den Produzenten, die Wiesner-Hager Möbel GmbH. Der Büromöbelhersteller will das minimalistische Objekt vor allem losgelöst von Zwängen traditioneller Schreibtischarbeit sehen und sieht darin auch die Prophezeiung des Zukunftsforschers Gerd Gerken erfüllt, der bereits vor 15 Jahren meinte, dass das Büro der Zukunft ein Sofa plus Laptop sein würde.

Im Prinzip ist "Compod" eine ganze Objektfamilie. Das Möbel "Compod.play" ist die Erweiterung des Sessels zu einer Liege, das Objekt "Compod.meet" wird überhaupt zu einer Art kommunikativer Lümmelwiese, auf der zwei Personen Platz finden. Wie viele andere neue Büromöbel dürfte auch Haselwanders Entwurf zur Entkrampfung der Atmosphäre in so manchem Büro beitragen. Das ist nicht die Frage. Die würde lauten, wann die Bürochefs endlich so lieb sein werden und eine ganze Menge solch netter Möbel bestellen?
(maik/Der Standard/rondo/09/09/2005)

  • Vor allem zur Entkrampfung des Büroalltags soll der "Compod" beitragen.
    foto: wiesner-hager

    Vor allem zur Entkrampfung des Büroalltags soll der "Compod" beitragen.

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