Das Internet nach seinem eigenen Geschmack verändern

10. Oktober 2005, 14:41
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Greasemonkey macht es möglich - Jede Webseite kann verändert und modifiziert werden

KundInnen wollen Personalisierung – diese Weisheiten gibt es schon seit einiger Zeit zu hören. Egal ob ein Handy mit eigenen Klingeltönen, Logos oder Covers oder der MP3-Player in der Lieblingsfarbe mit austauschbaren Blenden – die Industrie reagiert und die KundInnen kaufen. Beinahe alle Dinge des täglichen Lebens lassen sich den persönlichen Wünschen anpassen und modifizieren – wiewohl man manchmal sehr viel Geld für die Umsetzung seiner Wünsche braucht. Das Internet und damit naturgemäß auch die Webseiten spiegeln auch die persönlichen Bedürfnisse der Menschen wider, die ihre Homepage im Netz veröffentlicht haben – doch was wenn die anderen UserInnen diese Aufmachung nicht sehen wollen?

Mach den Affen

Mit dem Browser-Tool Greasemonkey soll sich dies nun ändern. Die Software, die als Add-On zum freien Internet-Browser Firefox lieferbar ist, ermöglicht es Webinhalte so zu modifizieren, dass sie dem eigenen Geschmack entsprechen. Laut Angaben von Entwickler Aaron Boodman ist keine Webseite vor der Modifikation "sicher".

Fad

In einem Interview mit der Zeitschrift Wired meinte Boodman, dass ihm die gebotenen Webseiten zu fad waren und "nicht nach meinem Geschmack funktionierten". "Ich dachte ich könnte dieses Problem am einfachsten beheben, wenn es mir gelänge meine eigene JavaScript-Applikation in der Seite laufen zu lassen". Gesagt, getan und dies war die Geburtsstunde von Greasemonkey.

Neuer Trend

Mittlerweile hat Greasemonkey die Herzen vieler Firefox-UserInnen erobert. Doch nicht nur Boodmans Scripte werden herunter geladen; immer öfter stellen Hobby-Entwickler ihre JavaScript-Dateien ins Netz und ermöglichen es so, dass immer mehr Webseiten nach dem persönlichen Geschmack adaptierbar werden. Derzeit stehen rund 600 Webseiten-Modifikationen zum Download bereit.

Fehlerbereinigungen

Viele Skripte bereinigen Probleme die Webseiten beim Ansurfen mit dem Firefox haben. Andere wiederum filtern unerwünschten Content aus und geben neue Features in die Sidebar des Browsers. Umfangreichere Modifikationen bieten die Möglichkeit gleichzeitig mehrere Webseiteninhalte zu mischen oder verbessern die Sicherheitseinstellungen.

Wettrennen

Mark Pilgrim, ein Web-Entwickler, der "Butler" – eine Greasemonkey-Modifikation entwickelt hat und ein Buch über Grease monkey-Scripts verfasst hat, meint, dass es derzeit ein Wettrennen zwischen Programmierern beziehungsweise Moddern, also jenen Personen, die Webseiten Inhalte MODifizieren, gibt. "Früher war das Internet statisch, doch nun kommt Leben ins Spiel und das macht Spaß".(grex)

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