Erneut weniger Asylanträge in Industrieländern

8. März 2006, 16:29
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Die meisten Anträge in Frankreich eingereicht - Asylsuchende aus Serbien-Montenegro stellen den größten Teil der Antragsteller

Genf - Die Zahl der Asylsuchenden in Industrieländern ist im ersten Halbjahr 2005 im Vergleich zur selben Vorjahresperiode um 18 Prozent gesunken. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden 156.200 Asylanträge in 36 Industrieländern eingereicht, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk mit. In Europa nahmen die Gesuche gegenüber dem ersten Halbjahr 2004 um 17 Prozent und um 30 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2003 ab. In den 24 untersuchten EU-Ländern gingen die Anträge in der selben Periode um 17 Prozent beziehungsweise um 30 Prozent zurück. Italien wurde nicht berücksichtigt, da es über keine Asylstatistik verfügt.

Aufnahmeländer

Die meisten Anträge wurden im ersten Halbjahr in Frankreich eingereicht (27.400). Im ersten Halbjahr 2004 waren es rund 30.000 Gesuche. An zweiter Stelle der Aufnahmeländer stehen die USA (25.400) - acht Prozent weniger als in der gleichen Vorjahresperiode, gefolgt von Großbritannien mit 15.500 Anträgen (- 23 Prozent), Deutschland mit 13.300 (-29 Prozent), Österreich mit 9200 (-26 Prozent), Kanada mit 8700 (-26 Prozent) und Schweden mit 8000 Anträgen (-30 Prozent). Die Schweiz ist auf Platz 11 mit 4672 Anträgen, 44 Prozent weniger als in der gleichen Vorjahresperiode und 55 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2003.

Antragsteller

Asylsuchende aus Serbien-Montenegro stellen den größten Teil der Antragsteller (10.800; fünf Prozent weniger gegenüber dem ersten Halbjahr 2004). An zweiter Stelle waren China und Russland (einschließlich Tschetschenien) mit je 9400 Anträgen, gefolgt von der Türkei (6100 Anträge), dem Irak (5700) und Haiti (5300). Die Asylgesuche aus dem Irak und Haiti nahmen damit zu: Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2004 wurden 31 Prozent mehr irakische Anträge und 20 Prozent mehr haitische Gesuche gestellt. (APA)

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    Kurdische Asylwerber in Brüssel.

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