Die acht Ziele des Milleniumsgipfels

26. Juni 2006, 17:48
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Regierungschefs ziehen bei Konferenz Mitte September Bilanz

Wien/Bern/New York - Vom 14. bis 16. September wollen die Staats- und Regierungschefs in New York Bilanz über die Schritte ziehen, die seit dem "UNO-Millenniumsgipfel" vor fünf Jahren unternommen wurden. Damals hatte die UNO acht Millenniumsziele beschlossen, die bis im Jahr 2015 erfüllt sein sollen:

1. Verringerung von Hunger und extremer Armut um die Hälfte,

2. Grundschulausbildung für alle Kinder,

3. Förderung der Gleichstellung der Geschlechter, insbesondere in der Ausbildung,

4. Senkung der Kindersterblichkeit um zwei Drittel,

5. Verbesserung der Gesundheit von Müttern, Senkung der Müttersterblichkeit um drei Viertel,

6. Verstärkung des Kampfes gegen Aids, Malaria und andere Krankheiten,

7. Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung, Einschränkung des Ressourcenverbrauches, Zugang zu sauberem Trinkwasser für alle, Verbesserungen der Lebensbedingungen von zumindest 100 Millionen Slumbewohnern,

8. Aufbau einer weltweiten Entwicklungspartnerschaft - u.a. durch ein offenes Handels- und Finanzsystem, Schuldentilgung, Ausbau der Entwicklungshilfe und Marktzugangserleichterungen für ärmste Länder.

Die von UNO-Generalsekretär Kofi Annan eingesetzte Expertenkommission des US-Ökonomen Jeffrey Sachs rechnet vor, dass für die Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele eine stufenweise Erhöhung der öffentlichen Entwicklungshilfe auf 195 Mrd. US-Dollar (156 Mrd. Euro) bis 2015 nötig wäre. Dies entspräche insgesamt 0,54 Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP).

Annan fordert in seinem Text "In a larger freedom" vom März 2005, dass alle Länder bis 2009 0,5 und bis spätestens 2015 0,7 Prozent des BIP für Entwicklungshilfe ausgeben müssen.

Im September 2000 hatte die UNO bei ihrem Milleniumsgipfel ehrgeizige Entwicklungsziele beschlossen - unter anderem sollen bis 2015 Hunger und extreme Armut um die Hälfte reduziert werden. Am "Millennium + 5"-Treffen vom 14. bis 16. September wollen die Regierungschefs in New York Bilanz ziehen und die weiteren Schritte besprechen. (APA/sda)

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