Energieträger der Zukunft: Die Alge, die Wasserstoff produziert

von Redaktion  |  13. September 2005, 11:05

Bielefelder Forscher ar­beiten an Bioreaktor - Mutant der Grünalge Chlamydomonas rein­hardtii produziert 13 Mal mehr Wasser­stoff

Bielefeld - Einem deutsch-australischen Forscherteam ist es gelungen, einzellige Algen herzustellen, die Wasserstoff in reinster Form produzieren. Olaf Kruse von der Fakultät für Biologie der Universität Bielefeld will daraus einen Bioreaktor bauen, der zum Energieproduzenten der Zukunft werden könnte. Der positive Begleiteffekt der modernen Energieanlage: Es fällt kein CO2 an.

13 Mal mehr Wasserstoff

Kruse hat gemeinsam mit Ben Hankamer vom Institute of Molecular Bioscience der University of Queensland in Brisbane eine genetisch veränderte Mutante der Grünalge Chlamydomonas reinhardtii namens Stm6 hergestellt. "Diese Art der Wasserstoffherstellung, das erst vor kurzem patentiert wurde, ermöglicht es bis zu 13 Mal mehr Wasserstoff zu produzieren, als dies bisher der Fall war. Einer industriellen Verwertung steht also nichts im Weg", zeigt sich Kruse im Interview mit pressetext überzeugt. In fünf bis sechs Jahren sei es möglich einen solchen Bioreaktor für kommerzielle Zwecke herzustellen. Das sei auch das Ziel der Forscher.

Algen sterben an Altersschwäche

"Der reine Wasserstoffgehalt ist mit 99,8 Prozent extrem hoch", so der Forscher. Gasgemische bei der Herstellung des Treibstoffes der Zukunft wären nämlich unerwünscht. Das System, das die beiden Forscher geschaffen haben, arbeitet einfach: in einem geschlossenen Behälter werden die Algen in der wässrigen Suspension beleuchtet. Dabei produzieren sie mit Photosynthese Wasserstoff in Gasform. "Je länger der Prozess läuft, desto geringer werden die Ausbeuten dann", erklärt Kruse. Nach rund zwei Wochen sterben die Algen dann an "Altersschwäche" und eine frische Algenkultur muss angelegt werden.

Bioreaktor-Prototyp im kommenden Jahr

"Doch sind die abgestorbenen Algen keineswegs unbrauchbar", wie Kruse meint. "Das ist reine Biomasse. In weiterer Folge könnte man auch aus diesen abgestorbenen Algen Wasserstoff herstellen, allerdings würde hier CO2 entstehen. Dieses könnte aber wieder für die Produktion des ersten Zyklus verwendet werden", beschreibt Kruse den möglichen geschlossenen Kreislauf. Die beiden Forscher arbeiten derzeit intensiv daran, durch gezielte molekulargenetische Eingriffe die Produktionsraten weiter zu erhöhen. Ein erster Prototyp für einen Bioreaktor soll aber bereits in diesem Jahr entstehen.

Die USA, Japan und Europa haben in Förderprogramme zur Herstellung von Wasserstoff Milliarden investiert, um neue Verfahren zu finden. Das bisher gängige Herstellungsverfahren - die Elektrolyse - macht nämlich große Mengen Strom aus fossilen Energieträgern erforderlich. (pte)

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»Posting 1 bis 25 von 28
1 2
el
07.09.2005 14:45
?

"Diese Art der Wasserstoffherstellung, das erst vor kurzem patentiert wurde, ermöglicht es bis zu 13 Mal mehr Wasserstoff zu produzieren, als dies bisher der Fall war"

(als dies bisher wobei der Fall war???)

Eine grammatikalisch- und inhaltliche Meisterleistung der Satz...

L G
07.09.2005 21:33

nicht an den autoren rumnörgeln wenns du nicht kappierst!
als die nicht genetisch manipulierten natürlich!

Tompkins, Mr. Tompkins  
07.09.2005 10:35
Was mich wundert:

Elektrolyse funktioniert echt nur mit Strom aus fossilen Energieträgern. Aber echt!

Georg Foltin
07.09.2005 09:20
Und wenn die Alge freikommt

und sich im Meer verbreitet, haben wir dann demnächst statt Ozonloch eine Wasserstoffatmosphäre?

Armin Kern
07.09.2005 12:17
Glauben´s nicht jeden

Blödsinn,der publiziert wird um sich oder eine angebliche Forscher-Gruppe wichtig zu machen!

Den Wasserstoff benötigen die Algen für die Dunkel-Reaktion der Photosynthese zur C02 -Fixierung!
Deshalb ist diese Wasserstoff-Produktion ökonomischer und ökologischer Unsinn im Sinne der Bürger von Schilda.

Armin vom Berg der Freude

The very Best of Comical Armin  
07.09.2005 15:07
So is' es

Da ist es doch viel besser dem Kern auf den wissengschaftlerischen Leim zu gehen, oder doch.

Sogenet
07.09.2005 11:59
Abfackeln!

The very Best of Comical Armin  
07.09.2005 15:08
Ui!

Und wenn's Terra mit einem großen Knall aus der Umlaufbahn haut? Dann schau' ma aber blöd aus der Wäsch'.

Sogenet
09.09.2005 14:38
Sehr witzig.

aber leider unlogisch.

btw. Wasserstoff in der Atmosphäre würde wohl nicht lange in atomarer Form vorkommen. Elektrische Entladungen in der Atmosphäre würden dies sicher verhindern.

The very Best of Comical Armin  
09.09.2005 19:21
Nicht unbedingt

Wäre ich ein irrer Wissenschafter mit terroristischen Veranlagungen, so richtig evil, dann würde ich per Genmutation einen Großteil, ach was, alle Algen zu Wasserstoffschleudern umfunktionieren und mir das Schauspiel des großen Knalls von meiner extraterrestrischen Basis aus anschauen. Da könnte mich auch kein Austin Armin Powers Kern davon abhalten, eher noch würde er mich dazu inspierieren.

b_UT
07.09.2005 09:07
interessante anwendung

bakterien mit photonen-laser in geschlossenem behälter bestrahlen (energie von autobatterie) und den produzierten wasserstoff direkt einem alten vergasermotor zuführen, bzw puffern für späteren verbrauch. man braucht wasserstoff nicht aufwendig transportieren und die tankstellen können sich als algen-gärtner versuchen. problem: treibstoffindustrie bleibt auf der strecke, deswegen wird wasserstoff ganz sicher mal mit LKWs durch die Gegend gefahren.

Stuffi
07.09.2005 11:09
Und wer lädt die Autobatterie?

R. Funden
07.09.2005 12:26

Die Lichtmaschine!

INDUSTRIE NEU
06.09.2005 15:14
aber hallo!!

sind denn algen keine lebewesen oder was?? meiner meinung nach ist es unverantwortlich, sie auszubeuten bis sie sterben. ein schönes leben. das stimmt mich traurig. außerdem ist der artikel sexistisch!!

4 le fanz
07.09.2005 12:14
was glauben sie eigentlich

was passiert, wenn die alge draufkommt, dass sie in einer matrix lebt?

Diogenes Freidenker
07.09.2005 11:50
Lassens die Kirche doch im Dorf

Nicht einmal die heiligen Hindumänner sehen das Essen von Pflanzen als schlecht für ihr Karma an.

notanaddict
06.09.2005 23:15

also dürfen wir auch keine Bäume mehr schlachten, nur weil wir ein bisschen Wärme und Baumaterial brauchen?
besser Öl, das ist schon tot, oder?

hufj 
06.09.2005 18:38
ich find

das sogar recht nett weil die algen machen das selbe
wie in freier wildbahn aber alles ohne nat. feind und mit optimalen bedingungen *ggg*
ausserdem solltest du dich nicht mehr bewegen nich mehr atmen oder essen weil du könntest ja nen ein zeller einatmen ggg
ich frag mich echt was manche menschen ham
p.s. sexistisch???!

fear_not 
06.09.2005 17:10
am besten nicht mehr krank werden,

weil dann das Immunsystem ganz viele Bakterien/Viren usw. umbringt.. wäre ja mord...

A Voice
07.09.2005 12:43
gesund bleiben

darf man aber auch nicht, weil das bedeutet, dass das Immunsystem auch noch die Oberhand behält über die Krankheitserreger.

PostIt
06.09.2005 15:50
:)

warum is der artikel sexistisch?

außerdem würd ich ihnen empfehlen, sich nicht mehr zu duschen und weiters keine spaziergänge im grünen zu unternehmen - das is massenmord sondergleichen...

Lulu von Strauß und Tornay
06.09.2005 14:10
"in einem geschlossenen Behälter werden die Algen in der wässrigen Suspension beleuchtet"

Es wird also die Lichtenergie in Wasserstoff umgewandelt.
Die einzige verfügbare wirklich Umweltschonende Lichtenergiequelle ist die Sonne.

Damit das Sonnenlicht halbwegs ausgewertet werden kann, muß der Reaktor aus Glas und flach (höchstens millimeterdick) sein.

Licht aus künstlicher Beleuchtung verbraucht ja selbst zumindest soviel Energie, wie man aus dem Produzierten Wasserstoff gewninnen kann.

Cogito Ergo Dumm
06.09.2005 15:58
Nicht unbedingt

Du brauchst nur Reflektoren (z.B. Hohlspiegel) anzubringen und kannst dadurch den Effekt der geringeren Lichtausbeute dickeren Glases (oder durchsichtigen Kunststoffes) ausgleichen

Tompkins, Mr. Tompkins  
07.09.2005 23:16
Also mit Verlaub, ...

... das ist Blödsinn. Licht das nicht durchkommt, weil es gestreut wird, kommt nicht durch, also kann man es auch nicht reflektieren. Sie können mit Ihrer Anordnung vermutlich den Wirkungsgrad erhöhen, aber komplett ausgleichen können S' den Effekt nicht. Möglichst dünnes Glas + Spiegel ist für die Lichtausbeute vermutlich am besten. Hoffentlich werden die Pflanzerln dabei nicht gegrillt. ;-)
Allerdings ist mir auch nicht klar, was Lulu mit ihrem Posting sagen wollte.

turkish honey 
06.09.2005 14:08
Es ist zwar nett, dass die Mutante 13mal mehr H2 produziert,

aber wie viel ist das absolut?

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